Die Mär der nicht zutraulich werdenden Skudden

Skudden sollen furchtbar scheu sein. Wild. Unzähmbar.

Aha. Ja das haben unsere Skudden dem Himmel sei Dank nie gehört. Und unsere Käufer hören von uns, dass das ganz großer Quatsch ist.

Unbestritten ist, dass eine Skudde viel Energie hat. Aber wer sich Zeit für seine Tiere nimmt… der hat am Ende quirrlige Hosentaschenschafe. Und entdeckt wie unterschiedlich Schafpersönlichkeiten sind. Auch da gibt es Draufgänger und Schüchterne. Besonders Gewitzte und Mitläufer.

Hier also mal bitte die Füße aus dem Weg: Hinterm Ohr kraulen, an den Schuhbändern zupfen und die obligatorische Taschenkontrolle zeigen wie tief die Bindung zwischen Schafhalterin Anne Schneider und ihren Skudden ist

Foto: Anne Schneider

So sieht übrigens eine Skudde im Frühjahr aus: Wolle, wohin man sieht: Wolle 😉 Spätestens im Juni muss die Pracht herunter. Wie immer kommt dann die Frage: Wohin damit?!

Foto: Anne Schneider

Zwei helfen beim Ausmisten…

Foto: Anne Schneider

…und kontrollieren auch ob das Himmelbettchen ordentlich aufgeschüttelt wird.

Merke: Man sollte nicht alles glauben, was man über Schafe hört. Skudden sind märchenhaft hübsch und unkompliziert. Man muss sich nur Zeit nehmen. Das sollte man übrigens immer, wenn man Tiere halten will.

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Schäferei in Not

Mein eigentlicher Unfall am 6.3.2020 erlitt ich auf einer Weide. Eine OP konnte nicht stattfinden, weil Corona geplante OP´s unmöglich macht. Zumindest in Göttingen und nur die dürfen BG-Fälle „richten“

Eine Schiene gab es auch nicht. Wohl verordnet, konnte das eine Sanitätshaus keinesfalls in Corona-Zeiten den Techniker nach Einbeck schicken. Ich warte bis heute auf den Rückruf.

Dann kam, was fast kommen musste: Der zweite Sturz wegen Instabilität. Eine Operation scheidet wegen der Knochenkontusion aus. Ginge ja aber auch eh nicht, wegen Corona. Derzeit bin ich Pflegefall.

Ein Corona-Krüppel kann sich leider nicht um die Schafe kümmern. Wir haben zwar derzeit für 4,5 Stunden wochentags einen Betriebshelfer. Das reicht aber in der Lammzeit nicht. Falls Sie sich in diesen besonderen Zeiten an der frischen Luft ehrenamtlich engagieren wollen… wir wären über Hilfe herzlich dankbar!

Darüber hinaus: Aufgeben ist keine Option!

Mein Leben war bis hierhin kein Spaziergang und weiter gehen wird es immer. Wir haben „Heilschafe“. Da wird der Wille übermächtig wieder raus zu den Tieren zu wollen. Das wird mich wieder auf die Beine bringen! Wo eine Wille, da ein Weg.

Sabine Zwolinski

info@sollingschaf.de

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Lammzeit bei den Sollingschafen

Bilder aus der diesjährigen Lammzeit:

Quadratisch, praktisch, perfekt: Skuddenlamm 1 Tag alt. Getoppt wurde es von Zwillingen am Tag 0 Bocksprünge vollziehend über die Weide hüpfend

Manchmal geht´s nicht ohne Hilfe: Lena mit Zusatzpullalamm Esther. Wenn man das Pech hat eine deutlich größere Schwester zu haben, dann gibt´s die hier sogenannte „Anschubfinanzierung“ durch Fläschchengabe. Gut zu sehen ist der Unterschied von Skuddenlamm zu Schnuckenlamm. Die Sprungfedern der Schnucken erkennt man gleich. Gefühlt 1/3 länger als die Beinchen der Skudden.

Die Ziegen sind aufgestallt. Im Gegensatz zu Skudden und Schnucken können sie nicht im zeitigen Frühjahr draußen lammen. Sie sind die südländischen Zierpflanzen des Bestands. Wir halten nur wenige, reinrassige Burenziegen.

Alle Lämmer sind gesund und munter. So kann es weiter gehen 😉

 

Häufige Fragen:

Lammzeit draußen? Ist das gut für die Schafe?

Schnucken und Skudden haben noch viele Eigenschaften des Wildschafs. Sie sind sehr gute Mütter und zeigen naturnahe Eigenschaften: Das Muttertier sondert sich von der Herde ab um dort in Ruhe ihr Lamm zu bekommen und die Bindung aufbauen zu können. Das können sie draußen wesentlich besser als im Stall! Sie müssen also nicht wie andere Stallschafe einzeln gestellt werden, damit sie ihre Lämmer annehmen. Die Flaschenlammquote ist draußen deutlich geringer als drinnen. Auch die Hygiene ist draußen besser. Unsere Schafe ziehen alle paar Tage weiter. Beste Voraussetzungen für ein sauberes Örtchen bei der Geburt. Die Nachgeburten werden zeitnah von Raben, Krähen sogar dem Rotmilan „abgeholt“.

Und wenn es schneit, regnet oder Frost hat?

Lämmer dieser Rassen haben keine weiche Kuschelwolle. Es ist eine Wolle, die mit Fetten gemeinsam einen hervorragenden Schutz vor Nässe und auch vor Kälte bietet. Natürlich hat alles seine Ausnahmen und auch Grenzen. Beispielsweise wenn ein Zwillingslamm deutlich kleiner ist als das Geschwisterchen. Oder Geburtsprobleme auftreten. Oder zweistellige Minusgrade kommen würden. Das kommt aber sehr selten vor, wir planen unsere Lammung durch gezielte Bockzugabe zum März. Außenhaltung meint zudem nicht, dass man die Tiere sich selbst überlässt. Die Tiere werden mehrfach täglich vor Ort kontrolliert und wir greifen ein, wenn es die Situation erfordert.

Wir züchten in Herdbuchzucht des Landesschaftzuchtverbandes Niedersachsen. Wir haben eine sehr hohe Ablamm- und ganz wichtig – auch Aufzuchtquote.

Freuen sie sich für die Tiere, dass sie betreut naturnah gehalten werden. Sie würden auch nicht einem Mufflon mit einem Mäntelchen bei Regen hinterherlaufen. Die – ziemlich kratzige – Wollstruktur beider gehaltenen Rassen ist dreiteilig aufgebaut. Sie leitet das Wasser vom Körper weg, isoliert und hat feine Unterwolle zum Wärmen. So gut ist keine Funktionskleidung 😉

 

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Der Rollator

Grundsätzlich bin ich ein humorvoller Mensch – auch wenn ich den Humor des Schicksals nicht immer verstehe. Ich wollte eine Schnucke entwurmen. Bekam sie auch zwischen die Beine geklemmt. Ich war infektgeschwächt, sie dafür 20 Prozent schwerer, weil trächtig. Ergab nach einem Bocksprung ihrerseits einen Riesensalto meinerseits und einen noch nicht näher spezifizierten Kniebinnenschaden. Bei mir. Natürlich nicht bei ihr.

Warum ich dem Ganzen dennoch etwas Positives abgewinnen kann? Ich hatte an der Weide – als ich endlich zum Auto gerobbt war -Handyempfang. Das ist im wilden Solling eher selten. Ich lag zwar noch so einige Zeit im Regen – mit ziemlich betreten drein blickenden Schnucken um mich rum- aber auf anderen Flächen hätte ich exorbitant länger ausharren müssen.

Sei´s drum. Ich danke schon mal Robert und Lena, die uns heute zur Seite gesprungen sind. Die Lammzeit geht weiter. Fienchen hat heute ihr Lämmchen bekommen. Alles prima.

Im Gepäck hatten Robert und Lena übrigens einen Rollator. Der ist klasse. So kann ich wenigstens in der Küche im Sitzen hin und her rollern und mich nützlich machen.

Ich freu mich riesig, dass Ihr morgen gleich noch einmal helft 😉

 

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Anerkennung als Stammzucht

Wir versuchen zu erhalten: Biotope, mit ihren botanischen und faunistischen Kostbarkeiten sowie zwei seltene Nutztierrassen, die es auf dem Markt schwer haben, da sie nicht schwer genug sind :-/ Weshalb auch diese auf der Roten Liste stehen.

Keiner weiß genau, welchen genetischen Schatz diese alten Rassen bergen. Sie können auf jeden Fall etwas, das in Zeiten von „Tierwohl“ und „Regionalität“ gar nicht hoch genug zu schätzen ist: Sie können durch den Wnter ziehen. Ihre spezielle Wolle schützt sie vor Wind und Wetter. Keine Babywolle für die Bedürfnisse des Menschen, sondern harte, wasserableitende und isolierende, dabei doch wärmende Wolle. Diese Tiere müssen eben nicht in einen Stall gesteckt werden. Sie können im März ihre Geburten draußen erleben und dort ihr natürliches Verhalten zeigen: Die Absonderung von der Gruppe zur Geburt, die Lammung bei den Skudden sogar vom Bock bewacht, die Aufzucht bei Wind und Wetter mit einer daraus folgenden hervorragenden Ablamm- und Aufzuchtqute. Das können sie, darum halten wir sie und betreuen sie engmaschig, in einer Zeit, in der nicht jeder mehr versteht was für ein Privileg diese Tiere haben.

Kurze Anmerkung: Robusthaltung meint nicht, dass man die Tiere draußen sich selbst überlässt. Sie bedeutet engmaschige Kontrolle und Eingreifen, wenn etwas passiert. Heißt unterm Strich: Viel Arbeit für die Schäfer. Bei Wind und Wetter und durchaus gar nicht so selten auch nachts mit Stirnlampe (war jetzt gerade bei den Stürmen sogenannter Volksport bei uns). Anerkennung gibt es dafür selten. Auch das regionale Produkt, das so entsteht, erfährt (noch) fast keine Wertschätzung.

Aber:

Doch die gestrige Post brachte die „Anerkennung“ als Stammzucht. Unsere Herdbuchzucht hat eine gewisse Größe überschritten. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt.

Ein klitzekleines Puzzelsteinchen für das Gefühl, wenn man morgens übermüdet in den Spiegel schaut. Wir wissen, warum wir uns die Arbeit, die Sorgen und natürlich auch gerade jetzt kurz vor der Lammzeit die Freude antun.

Nicht „man müsste“ sagen. Man selbst ist der Schlüssel für Veränderungen, die es so dringend benötigt!

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Teuflisch gutes neues Pachtland: Der Teufelspfad

Unsere Definition von „gutem Pachtland“ ist vermutlich eine gänzlich andere als die „normaler“ Bewirtschafter. Für uns sind magere, artenreiche Flächen per se schon mal willkommen. Besonders freuen wir uns natürlich, wenn wir zur Abwechslung mal nicht im Hang krabbeln müssen, die Fläche an mehreren Stellen anfahrbar ist und semi weit von den Ortschaften weg gelegen ist. Semi… bedeutet wir müssen nicht ewig weit fahren aber gleichzeitig ist die Fläche weit genug von Standart-Gassiwegen der Hundehalter weg. Das bedingt optimale Lammzeitflächen und so freuen wir uns „teuflisch“ über unser neues Pachtland, den Teufelspfad 😉

 

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Zukunftstag 2020 alle Plätze belegt

Unsere Schäferei beteiligt sich für den NABU Dassel-Einbeck erneut am Zukunftstag der Schüler und Schülerinnen weiterführender Schulen zum Berufsbild „Schäferei“. Die Veranstaltung umfasst einen theoretischen Teil, der u.a. Wissen über Schafe und deren Haltung als auch Berufsaussichten sowie Probleme und ökologischen Nutzen der Schäferei vermittelt. Im praktischen Teil geht es um Zäunungen und die Pflege am Tier. Der besuchte Betrieb befindet sich ab Anfang März in der Lammzeit. Dies verspricht nicht nur einen interessanten und lehrreichen, sondern auch einen kurzweiligen Tag. Der Veranstaltungsort befindet sich in Hilwartshausen.

Die Plätze sind bereits alle vergeben!

Am Zukunftstag 2019 geboren: Die Drillinge Medea, Max und Moritz

 

 

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Regenbogenschafe

Unser Jahr fängt gut an. Wir sind sehr zufrieden. Bei den warmen Temperaturen sprießt das Gras – Heu braucht es kaum. Alle Zwei- und Vierbeiner sind wohlauf. Wie soll das bei solchen Ausblicken auch anders sein?!

 

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Winter 2020 – es plätschert

Grundsätzlich freuen wir uns, dass die Wasservorräte in diesem Winter zumindest im Solling wieder aufgebaut werden können. Es skwuuuuutscht auf den Flächen, die Bächlein glucksen.

Leider hat das Ganze aber auch einen Nachteil. Eigentlich schneiden wir zweimal im Jahr Klauen. Das reicht. In sehr nassen Zeiten muss man aber auch zwischendurch mal „ran“. Geplant können wir auf einen Klauenbock zurück greifen, den gerade auch die Ziegen zu schätzen wissen. Aber wenn man zwischen zwei Flächen beim Umstellen kurzfristig reagieren muss, dann hilft nur „freestyle“, Bei Schnucken geht das sehr gut. Viele fallen in eine Art Genussstarre. Anders sieht´s bei den Skudden aus. Zu viele „Hummeln im Popo“. :-/

Hier schneidet mein Mann gerade die Skudde Bertram, ein ausgewachsener Skuddenbock mit durchaus beeindruckenden Hörnern.

Die Hörner haben ausnahmsweise auch mal Vorteile (eigentlich ist es wünschenswert, dass sie nicht derartig weit drehen). Bequem kann man sich die Hörner unter den Arm klemmen und loslegen.

Wir würden uns Frost wünschen. Bekanntermaßen ist das Leben aber kein Wunschkonzert. Also nehmen wir den Jahresanfang auch sprudelnd, glucksend – eben so wie es kommt.

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Gelandet!

8 Jungschnucken haben begeistert, 1 Jungskudde verstärkt ebenfalls unsere Zucht und das Fienchen (siehe einen Beitrag weiter unten) ist ebenfalls im Herdbuch gelandet. Letztere ist schon tragend.

Wir freuen uns – erreichen nun indes auch so langsam unser Maximum. Schließlich sind wir beide berufstätig 😉

Wir sagen herzlichen Dank an den Landesschafzuchtverband. Es war ein schöner Vormittag mit erfreulichen Ergebnissen!

 

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