2 WGH-Jährlinge suchen eigenen Wirkungskreis

Tristan und Jonas wären beglückt, wenn sie eine eigene kleine Herde hätten und nicht in der Bockgruppe leben müssten. Beide stammen aus S-Linie. Beide sind G2 genotypisiert. Tristan ist ins Herdbuch aufgenommen, Jonas nicht. Jonas war letztes Jahr kleiner als Tristan. Unsere Lämmer wachsen halt auf Biotopflächen auf. Da merkt man Zwillinge und 14 Tage Abstand deutlich. Jonas hat in diesem Jahr fleißig aufgeholt und ist ebenfalls ein wunderschöner Bock mit erfreulicher Wolle geworden.

Beide werden nicht als Schlachtvieh verkauft! Die müssen nicht weg.

jonas2019

Jonas vorne, Tristan hinten rechts, die Kleinen drumherum sind Skuddenbockläämmer aus 2019. vorne rechts ein diesjähriges WGH Bocklamm

Falls Sie eine Herde haben, die noch einen Bock sucht… gerne zeigen wir unseren Nachwuchs auch. Selbstverständlich auch die diesjährigen Bocklämmer, die am 19.12.19 ins Herdbuch gehen sollen.

Aus diesem Jahr würden wir auch eventuell noch 2 Jungzibben mit Herdbucheintrag nach dem 19.12.19 abgeben.

 

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Warum Zäune nicht stehen bleiben sollten…

Vorneweg: Es geht um Schafnetze.

Zäunen, Abzäunen… ist mein fast tägliches Geschäft. Munter rauf und runter, über Stock und Stein. Da ich nur Teilzeit arbeite, klappt das ganz gut. Aber auch bei uns kann es mal vorkommen, dass man nur Aufzäunen und Umstellen – aber nicht mehr Abzäunen kann. Insbesondere im Winter, wenn einen das Tageslicht limitiert.

Vom Prinzip her ist das kein Drama. Die leere Zäunung geschlossen und unter Strom stehend kann so verbleiben, bis der Akku schwächelt – so täglich kontrolliert wird. Und wenn man nur einen Teil abzäunen konnte, dann sollte es eben maximal eine verbleibende Winkelzäunung, ebenfalls unter Strom sein.

Keinesfalls sollten Trichterzäunungen oder Zäune ohne Strom stehen bleiben.

Wenn Sie die Tierhaltung schon ein paar Jährchen betreiben, dann wissen Sie warum: Eines Tages am Altersheimstammtisch werden wir mit unseren Anekdoten die ganze Belegschaft unterhalten. Es gibt da nichts, was es nicht gibt. Vom festhängenden Fuchs bis zum eingewickelten Bockgehörn samt Bock hintendran versteht sich. Vom Feldhasen, der partout durch eine Masche will bis zur wilden Sau, die ein Netz ganze 50 m weit mitschleppt. Dabei ist die Netzhaltung fürs Wild ein Lernprozess: Während im ersten Jahr auf der Lummerke 7 mal der Hirsch durchgebrochen ist -oben rein, unten raus – haben wir in dieser Saison gerade einmal eine niederliegende Zäunung aufgrund von „Großwild“ gehabt. Dieser Lerneffekt kann nur greifen, wenn zuverlässig Strom auf dem Zaun ist! Wochenlang stromlos stehende Zäune sind im Grunde wie illegal entsorgte Schleppnetze im Meer. Werden die zudem nicht regelmäßig kontrolliert, könnte es anfangen unangenehm zu riechen :-/

Merke: a) spielt man nicht mit dem Leben von Wildtieren und b) sind Netze teuer

Also: Einholen bzw. oben genannte Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Vielen Dank!

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Ganz alte und ganz junge Schafe

So ganz können wir uns von unseren Seniorinnen noch nicht trennen. Und es besteht auch keine Notwendigkeit sie zeitnah zum Schlachter zu bringen. Alle 3 sind 11 Jahre alt und holen sich ihre Extraration aus der Hand, was den ein oder anderen Zahnverlust ausgleicht

Von links nach rechts: Toastie, Afrodithe und Pauline

Es sind alle 3 Stammmütter unserer Skuddenherde. Da wir auf Hornträger selektieren, ahnt man schon, dass die hornlose Toastie andere Qualitäten haben musste. Sie war vor 11 Jahren das Leitschaf der ersten 7 köpfigen Skuddengruppe.

Loslassen… fällt immer schwer. Wie passend, dass diese 3 einen „Job“ haben. Sie prägen unsere Jungzibben aus 2019 auf uns Menschen. Diesen Job erfüllen sie hervorragend.

Auch die leider zahnlose 6 jährige Inken (links im Bild) befindet sich ebenfalls in dieser Gruppe der Rentnerinnen und ganz jungen Schafe. Rechtzeitig hat auch sie sich entschieden die Nähe der Menschen zu suchen. Das muss man in dieser Gruppe leisten, denn es ist das prägende, erste Jahr der Mütter von morgen. Aus diesen kleinen Energiebündeln sind jetzt schon kleinen Persönlichkeiten geworden, die unsere Abläufe wunderbar verinnerlichen. Sie können ziehen, in den Hänger steigen, sich freuen wenn die Schäfer ankommen und viele können auch schon Leckereien aus der Hand nehmen, was die Pflege sehr erleichtert. So kann man mal eben „abpflücken“ um Klauenzu schneiden oder zu entwurmen. Wobei diese Mädels noch nie entwurmt worden sind. Unsere Schafe müssen nur ganz selten entwurmt werden. Die extensive Außenhaltung schlägt sich hierin beispielsweise nieder.

Wir sind stolz auf unsere Kleinen und freuen uns auf den LSV, der die Mädels bald ins Herdbuch nehmen wird. Wegen der großen Nachfrage sind es dieses Jahr leider nur 2 kleine Skuddenmädels, die unseren Bestand vergrößern werden. Skudden erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und das hat seinen Grund. Es sind die unkompliziertesten Schafe, die man sich vorstellen kann. Und wenn Sie das Gerücht hören „Skudden bleiben scheu“ – dann besuchen Sie uns mal!

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Good bye Mähphisto

Für mich war´s ein trauriger Abschied – Mähphisto wird´s anders sehen 😉

Oder: Wenn ein 7 Jahre alter Bock auszieht um 7 Skudden Mädels zu beglücken… dann ist seine Welt in Ordnung.

Meine weniger.

Mähphisto war gewissermaßen einmalig. Von ruhigem, ausgeglichenem und friedfertigem Wesen war unser Umgang mit ihm stets angenehm. In der Bockgruppe hatte seine Eminenz indes die Führungsrolle inne. Da griff er schon mal durch. Meist aber reichte allein seine Anwesenheit um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. So ging er mit seinem Sohn Valentin auch zwischen Sturköpfe, die sich partout in der Rangordnung nicht einig werden konnten. Allein durch seine Präsenz, sich zwischen die beiden Raufbolde zu stellen, zog Frieden ein.

Unvergesslich ist auch der unfreiwillige Ausflug im tiefen Wald 2018, als ein Wildschwein die Zäunung zerstört hatte und Mähphisto mit seinen Söhnen auf der Flucht war. Souverän führte er seine Söhne. Vorbei an der Wildkamera der Landesforsten … bitte recht freundlich 😉 Und so war es eben auch Mähphisto, der sich von einem freundlichen Forstmitarbeiter locken ließ, so dass wir alle wieder heil und gesund auf die Weide führen konnten. Das waren schlaflose Nächte mit anschließendem Happy end.

Das alles waren Qualitäten, die ihm sein Rentnerdasein hier gesichert hatten. Mähphisto in die Wurst stecken? Unvorstellbar! Er hatte gewissermaßen „ausgesorgt“.

Doch alles kam anders. Der Landesschafzuchtverband hat Mähphisto gewissermaßen verkuppelt. Und so kommt es, dass Mähphisto seit dem 31.10.2019 nicht mehr im Solling, sondern im Wendland beheimatet ist und sich weiter vererben darf.

Mach´s gut, Mähphisto. Genieße Deine neue Herde und einen hoffentlich schönen Lebensabend!

Ein letztes, aktuelles Bild:

Und auch so wird uns Mäphisto immer im Gedächtnis bleiben: Als junger Bock in seiner ersten Lammsaison in eigener Herde mit eigenen Lämmern:

Der Inbegriff der Lebensfreude, bocksprüngevollziehend über die Weide rasend 😉

Foto: Robert Schumacher

 

 

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Die Scheeve Schüne bekommt ein neues Dach

Ihr Name ist Programm: Unsere über 100 Jahre alte Scheune neigte sich bei unserem Kauf bedenklich. Grund war und ist ein Brandschaden, der so gut es ging von einer von uns beauftragten Fachfirma saniert wurde. Nur gerade… bekam man sie dadurch nicht mehr. Auch im Inneren wies unsere Scheune starke Mängel auf. Es fehlten Versteifungsstreben, die entweder ihren Umzug 1912 von Markoldendorf nach Hilwartshausen verpasst hatten oder aber später entfernt wurden. Diese wurden ebenfalls durch eine Fachfirma nach dem Kauf neu eingezogen. Ein Unwetter sprengte zuletzt ihr Tor und die angrenzenden Balken – hier wurden Nägel mit Köpfen gemacht und ebenfalls durch eine Fachfirma Balken und ein neues Tor erstellt.

Am größten waren und sind indes die Sorgen ums Dach. Wenn selbst ein Dachdecker Bammel hat noch einzelne Ziegel zu ersetzen… dann mag man auch ohne große Worte die Schäden erahnen. Egal wie gut man an einem Gebäude Sanierungsarbeiten leistet – ohne Dach ist das eigentlich alles witzlos. Nur… das sind Kosten, die unser Budget sprengen.

Was also tun…

Die Scheeve Schüne ist keine Scheune, deren Inhalt aus geparkten Wohnwägen oder zu flickenden Autos besteht. Genauso wenig ist sie ein hochmodernes Gebäude, in dem die Trecker mit ihren heutigen Ausmaßen Platz fänden. Sie erfüllt andere, enorm wichtige Funktionen:

Die Biotopschäferei Solling-Schaf leistet einen ausgesprochen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Entwicklung beispielsweise in den Solling-Wiesentälern. Sie pflegt u.a. ungeliebte Flächen in Hanglage oder die, die „weit ab vom Schuss“ liegen (was so eigentlich nicht stimmt, denn gerade da draußen ist so manchem Jäger sein Jagdglück beschert). Das will kein anderer mehr machen, da die Kosten und die mühsame Arbeit gescheut wird.

Wenn die Schäferei indes kein lukratives Geschäft ist und man dennoch wertvolle Biotope (das meint Artenschutz genauso wie CO2 Speicherung in der Humusschicht der extensiv genutzten Weiden) erhalten will, dann müssen wenigstens die elementaren Dinge, die es für die Tierhaltung braucht, verfügbar sein. Auch wenn wir mit unseren Tieren durch den Winter ziehen…. mindestens braucht es ein Heulager und ebenso braucht es den Platz um in Notsituationen die Tiere aufstallen zu können. So eine Notsituation trat beispielsweise vor 2 Jahren ein, als während der Lammzeit deutlich zweistellige Minustemperaturen im März eine Aufstallung unumgänglich machten.

Daneben wird die Scheeve Schüne auch bei Veranstaltungen genutzt. Nein, sie ist keine event-Scheune. Aber kurzfristig darf man sich in ihr unterstellen und das bedeutet viel, wenn Sie ehrenamtlich für den NABU Dassel-Einbeck beispielsweise Jugendarbeit leisten. Oder aber wie demnächst einen Obstbaumschnittkurs der KVHS auf dem anschließenden Gelände begrüßen dürfen. Warum?! Wenn sie einmal im strömenden Regen mit einer Kindergruppe draußen waren, dann verstehen sie das. Klamme Finger wärmen, einen Schauer aussitzen… das heißt die Veranstaltungen ohne den ständigen Hinweis „bei Regen entfällt die Veranstaltung!“ anbieten zu können. Und das ist nicht nur wichtig, wenn die Pfadfinder aus dem Zeltlager zu Besuch kommen, sondern auch für uns Ehrenamtlichen, deren enger Terminplan Ersatztermine häufig schlicht nicht möglich macht.

Zu guter Letzt ist die Scheeve Schüne ein historisches Gebäude, wie es sie früher zu Hauf gab! Doch das ist längst Geschichte. Wenn sie in die Feldmark der Dörfer schauen, dann stellen sie fest, dass die historischen Scheunen den modernen Ausmaßen der Landwirtschaft nicht gerecht wurden und im Fortlauf einfach verschwunden sind. Fachwerk… ist zudem heute leider und u.E. völlig zu Unrecht nicht mehr geschätzt. Wenn man bedenkt wie lange diese Gebäude schon stehen, dann handelt es sich um zutiefst ökologische Bauten und zudem um ausgesprochen harmonische Landschaftselemente. Landschaft zu erhalten… ist indes unser Ansporn. Wir hoffen mit der Sanierung des Gebäudes so auch einen Impuls zu setzen: Für den Erhalt historischen Fachwerks in Hilwartshausen.

Es gibt also viele Gründe, warum die Scheeve Schüne erhaltenswert ist und davon konnten wir Gott sei Dank auch die LAG Harzweserland überzeugen. Im Anschluss galt es – das muss man erlebt haben um diese Formulierung umfänglich zu verstehen – unfassbar viele bürokratische Hürden zu nehmen. Das wird sich auch noch fortsetzen. Dieser Wermutstropfen musste indes geschluckt werden, weil wir alleine die Dachsanierung nicht hätten stemmen können. Und so flog hier gestern ein imaginärer Sektkorken, als der Förderbescheid kam. Viele Monate nach der ersten Vorstellung beim Vorstand der LAG ist es nun also tatsächlich so weit. Unser Dank geht an die LAG, an den Landkreis und die Stadt Dassel, deren Mithilfe essentiell notwendig war um diese EU Fördermittel in die Region zu holen. Ebenso gilt unser Dank meiner Tochter Magdalena Schumacher, die -wissenschaftlichen Texte gewohnt – bei der Ausarbeitung des Projektsteckbriefs geholfen hat und an Robert Schumacher, der uns die notwendige Vorfinanzierung ermöglicht.

Nun kann man sich vorstellen: Es wird natürlich noch nicht morgen der Dachdecker das Gerüst aufbauen. Aber unsere Prognose, dass die Scheeve Schüne im Winterhalbjahr ihr neues Dach bekommt, war korrekt: Jetzt muss innerhalb von 6 Monaten mit der Baumaßnahme begonnen werden. Definitiv rechtzeitig vor der nächsten Lammsaison, die zwar hoffentlich wieder ganz natürlich draußen stattfinden kann – aber mit der Gewissheit, dass wir diese wie jede weitere Lammzeit notfalls in den Schutz des Gebäudes legen könnten.

Wir sind glücklich!

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Erntezeit: Bildung der Zuchtgruppen

Am 6.10.19 startete bei den WGH die Decksaison.

 

Das hieß für uns eine ganze Menge Arbeit: Die große Herde wurde aufgelöst: Erntezeit!

Jungzibben „abpflücken“: Hier ist unsere Drillingsskudde Medea bei Frank auf dem Arm, bereit zum Umzug. Unfassbar wie winzig sie mal war und was für eine kräftige Jungzibbe aus ihr geworden ist!

Alle Jungzibben und Rentnerinnen bilden fortan eine eigene Gruppe.

 

17 WGH Zibben sind bei Ståtlig, unserem neuen WGH Deckbock

18 Skudden Zibben sind immerhin schon fertig sortiert und warten gewissermaßen auf ihren Bock: Knuth.

 

 

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Herbstzeit ist Schlaraffenlandzeit…

Im Herbst ist die Natur definitiv pro Schaf eingestellt. Jetzt beginnt die Zeit des Festschmauses: Von den Fruchtständen der Hainbuchen angefangen über Obst und Eicheln… die Bäume produzieren allerhand Nahrhaftes für den Winterspeck des Schafs – und das Wachstum des Lamms.

Aber auch anderes Superfood hat die Natur zu bieten: Brennnesselsamen beispielsweise sind sehr proteinreich. Sie zucken zurück, die Ernte könnte schmerzhaft sein? Mir scheint, die Schafe haben auf den Zungen Hornhaut. Neben den Brennesseln werden auch bevorzugt Disteln verspeist. Die müssen ausgesprochen delikat sein.

Hier freut sich unsere Bockgruppe über die niedrig hängenden Hainbuchen. Übrigens eine Baumart, die mit der Trockenheit der letzten Jahre nicht gut zurecht kommt. So ist der üppige Baumbehang wohl leider auch als Stressreaktion zu sehen.

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