Was ist ein „Sollingschaf“?!

TrutchenwollebodenlangEin „Solling-Schaf“ ist nicht etwa eine neue Schafrasse, gezogen um den Solling zu beweiden. Für das Solling-Schaf greifen wir auf alte, seltene Nutztierrassen zurück. Diese eint aber ein Merkmal, weswegen der Wanderer oder Interessierte sich ziemlich sicher sein kann, eines unserer Schafe im Solling gesichtet zu haben: Fast alle unsere Weidetiere – auch die Weiblichen – tragen Hörner! Wir halten Weiße Gehörnte Heidschnucken in Herdbuchzucht und Skudden im Vorherdbuch bzw. Herdbuch. Wir sind anerkannte Stammzucht im Landesschafzuchtverband Niedersachsen!

Foto: Robert Schumacher: Weiße Gehörnte Heidschnucke „Trutchen“

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Skuddenlämmer aus Herdbuchzucht abzugeben

Mit oder ohne Horn in elegantem weiß 😉

Skudden sind gewissermaßen die Alleskönner. Landschaftspflege, große Gärten, Gruppen ab 5 und große Herden. Gesund, robust – die idealen Anfängerschafe und auch die Fortgeschrittenen wissen die einmaligen Eigenschaften dieser ursprünglichen Schafrasse zu schätzen. Leichtlammig, beste Muttereigenschaften… auch nach all den Jahren kann ich nur schwärmen. Negatives fällt mir auch bei ganz langem Grübeln nicht ein 😉

Gerne können Sie die Herde nach Absprache besichtigen. Auch die Bockgruppe, in der der Vater steht. Der wäre ab diesem Jahr übrigens verkäuflich, da er aus genetischen Gründen nicht erneut decken darf. Seine beiden Nachfolger sind bereits im Bestand. Bevor hier der „Basar“ losgeht: Knuth kann hier auch alt werden. Fragen wie: Letzter Preis? Du Schaf, ich schächten? werden hier gar nicht beantwortet. Wir haben eine stabile große Bockgruppe, in der auch unsere Veteranen in Würde altern können. Natürlich verwerten wir auch. Lämmer ab Herbst. Und Alttiere erst, wenn man sieht, dass der Zustand eine eindeutige Richtung aufweist. Bei uns laufen noch fitte 13 Jährige mit. Was fit ist, läuft mit…. die Flächen wollen schließlich gepflegt werden.

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Weiße Gehörnte Heidschnucken weibliche Lämmer aus Herdbuchzucht abzugeben

Es ist so weit: Unsere diesjährigen Schnuckenmädels sind alt genug um abgesetzt zu werden. Damit können sie in neue Einsatzgebiete ziehen.

Für wen oder was sind sie geeignet:

Schnucken sind bestens geeignet für die Landschaftspflege. Sie ziehen willig und fühlen sich auf weitläufigen Biotopflächen am wohlsten. Dadurch, dass unsere Schnucken Hornträger sind, leisten sie doppelt gute Arbeit bei der Gehölzrückdrängung: Verbiss und „Fegen“ erledigt dauerhaft jeden Aufwuchs.

Was mögen sie nicht: Enge Koppelungen beispielsweise um Gärten zu pflegen. Hier stellen Schnucken flott ihre Sprungfedern an und sorgen für Ärgernisse. Schnucken sind durchaus stimmgewaltig. Also nein, sie blöken nicht ständig, aber wenn die Schäfer ankommen, dann ist das BLÖKEN schon lautstark. Auch das kümmert in der Biotoppflege nicht – in einer Wohnsiedlung aber führt das zu Stress.

Das Handling: Schnucken auf den Po setzen um die Klauen ect. zu pflegen ist aufgrund des eingebauten Henkels eher kein Problem. Sie sind dann auch zu allermeist sehr geduldig und verfallen im Sitzen in eine Art Genussstarre. Böcke: Sollte man immer als Herausforderung sehen. Das ist nichts, was man mit kleinen Kindern mal eben pflegt. Es gibt auch bei den WGH sehr umgängliche Böcke. Aber auch einen guten Teil, der mit Vorsicht zu genießen ist. Böcke pflegt man besser zu zweit. Also man sägt ja auch keinen Baum alleine um. Einer muss Hilfe holen können, wenn der Baum sich plötzlich anders legt als erwartet. Und so ist das bei Böcken auch. Zudem… persönlich empfinden wir die Böcke als lange Hemden. Wer rückenfreundlich im sitzen arbeitet, der ist dankbar wenn die hinteren Klauen mal eben angereicht werden 😉 Auch ich als eher kleinere Frau konnte aber unseren wüstesten Bock bequem mit dem Hänger umstellen. Wege findet man, wenn man WGH halten will 😉 Man sollte nur vorher wissen, worauf man sich einlässt.

Was kosten sie…

Unsere Schnucken stammen aus Herdbuchzucht. Das ist schlichtweg ein teures Unterfangen. Die Lämmer sind herdbuchfähig. Sie müssen Ihrerseits in dem entsprechenden Alter vom LSV bewertet werden. Das geht in den jetzigen Alter noch gar nicht. Ebenso brauchen die Tiere einen Gentest auf Scrapie (übrigens nicht, weil die Rasse damit Probleme hätte). Unsere Muttern sind G1, G2 und auch 2 mal G3 Muttern. Der Bock ist G1. Sie merken schon… Herdbuch ist ein Kostentreiber. Und deswegen macht es unsererseits keinen Sinn Lämmer unter 100 € abzugeben. Also so nach dem Motto: Ich nehme alle und jetzt „machen sie mal einen guten Preis“ – ist schlicht unattraktiv für uns. Dann bleiben die Lämmer bei uns. Man kann sie nicht stapeln?! Nein, aber essen. Und man kann auch den aktiven Zuchtbestand etwas reduzieren und dafür mehr adulte Tiere „rumlaufen“ lassen. Das wird angesichts der geplanten Weidetierprämie auch Ziel sein. Die gibt es nämlich erst für Tiere eines gewissen Alters. Also nein, wir sind nicht auf einem Basar. Unsere Lämmer kosten 100 €. Punkt.

Sie wollen Lämmer zum Essen? Dann sind sie zu früh dran 😉 Verwertet wird ab Oktober. Dann kann man bei uns halbe oder ganze Lämmer bestellen…

Und nein… es wird hier nicht geschächtet und auch nicht auf dem Hinterhof abgestochen. Meine Freundlichkeit ist auf einem Kleinanzeigenportal nur mit „freundlich“ angegeben. Das liegt schlicht daran, dass einige die Anzeige nicht zuende lesen. Da ist eindeutig geschrieben: Nicht zur Schlachtung! Weil… unsere Skuddenlämmer würden jetzt beispielsweise komfortabel am Stück in einen Bräter passen, so klein sind die. Völliger Irrsinn. Unsere Lämmer genießen mehr als ein halbes Jahr Wind und Wetter. In dieser Zeit wachsen sie zur Schlachtreife. Die Verwertungsphase geht dann bis zum Alter von einem Jahr (bei den Skudden auch etwas länger) … das bedingt natürlich auch, dass die Letztjährigen schon vewertet sind. Also nein, derzeit sind keine Schlachttiere verfügbar

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Arnika im Solling

Never say where…

So ganz einfach ist das mit „der Arnika“ nicht. Markieren darf mansie nicht, sonst schlägt wieder der Vandalismus zu. Sie braucht aber Kontrolle. Also wenn ich im Frühjahr ratlos über eine immer gleiche Ecke einer Weide rumsuche… dann suche ich dieses Exemplar. Es hat sich etabliert – aber eben auch nur, weil die Bedingungen stimmen. Beweidung auf einer nährstoffarmen Fläche. Mit Sonne, aber auch feucht… Ansprüche hat sie. Weidegiftig wäre sie auch – das interessiert uns aber herzlich wenig, da die Schafe fein säuberlich drumherum fressen. Manch einer nöhlt ja, dass Schafe selektiv fressen. Also ich finde das ziemlich schlau von den Wollies. Unerhört ist aber, wenn ich auf Kontrolle bin und eine Schnecke vorfinde, wie sie auf frischer Tat 2 Blütenstängel abgefressen hat. Da schlägt´s 13! Erste Hilfe: Drumherum mähen, Schnittgut abrechen – dann sind ersteinmal die feuchten Verstecke für die Schnecken futsch. Und hernach kommt das, was dieses Frühjahr in Gartenzeitschriften geschildert wurde: Schneckenschutz aus Wollvlies. Was im Garten um unsere Zucchinis funktioniert, kann draußen bei der Arnika nicht schaden 😉

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Die Schur-Party

Ohne Helfer geht es nicht mehr. Körperlich bei uns nicht mehr und überhaupt wegen der Anzahl Tiere nicht mehr. Wie gut wenn man Freunde hat! Lieben Dank an Marion und Linda – die neben tatkräftiger Hilfe auch die Fotos geschossen haben. Töchterchen ist heute über sich selbst hinaus gewachsen. Wer überlegt Schäferin zu werden, der muss schließlich auch Böcke handeln. Auch wenn man aus Erfahrung bereits weiß, was die für Schäden anrichten können. Es hilft nichts, auch die müssen raus aus der Wolle. Unsere jetzige Bockcrew ist übrigens ausgesprochen angenehm…

Keine Frage, Lena wird am nächsten Tag grün und blau gewesen sein. Was übrigens weniger an den Böcken lag, sondern an den Jungzibben. Jungzibben kennen die Schur noch nicht, da probt man den Aufstand. Doch Lena lässt niemals los. Wen sie hat, der kann maximal versuchen sie hinter sich her zu schleifen. Aber loslassen… never.

Star des Tages war aber auch in diesem Jahr Karo, die routiniert die Schäfchen ausgezogen hat. Die geduldig hingegossenen Schnucken genauso wie die quirligen Skudden, für die Stillsitzen irgendwie unerträglich ist.

Wir sagen ein herzliches Dankeschön und nächstes Jahr… öhm… ist dann eine Gruppe vielleicht doch mal aufgestallt. täten aber mit den Lämmern im Sommer gar nicht alle auf einmal hinein passen. ich fürchte somit… etwas anstrengende Kunden bleiben wir. Aber nicht jedes Jahr ist so bescheidenes Wetter. Wegen des ganzen Regens waren nur ca. 10 Schafe vorneweg geschoren. Da geht sonst einiges mehr….

Mittlerweile sind die Rebellen (4 waren am Schurtag nicht zu überreden) fast alle gecatched und ausgezogen worden. Kurzfristig ist es jetzt fast ruhig zu nennen. Aber demnächst lassen wir es krachen: Die Böcke gehen ins NSG in den Landkreis Göttingen und die Schnuckenherde wird eine NLF Fläche entern. Premiere, weil wir dort sonst mit Kleingruppen gearbeitet haben. Man wächst an seinen Aufgaben – respektive: Mit Lenas Mithilfe ist vieles möglich, was sonst aussichtslos wäre 😉

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Tabuthema Depression

Was für ein Thema! Wie vielschichtig, wie weit verbreitet – und wie totgeschwiegen.

Für mich gehört das Thema zum Leben dazu. Meine Kindheit war geprägt von einem schwer depressiven Vater. Als „Papa“ war er für mich praktisch nicht präsent.

Auch wenn ich mich für einen resilienten Menschen halte, kann mich das Leben ebenfalls in depressive Phasen schubsen. Insbesondere Schicksalsschläge und die Bosheit anderer Leute schaffen das. Vielleicht liegt es an eben jenem Vater, dass ich nicht dauerhaft liegen bleibe. Ganz sicher liegt es aber auch an meinem Umfeld, das Warnzeichen erkennt. Nicht immer sofort. Aber dauerhaft.

Diesen glücklichen Umstand hat aber nicht jeder. Es ist beklemmend, wie in den vergangenen Jahren die Verbreitung von Depressionen zugenommen hat – und derzeit aufgrund der Coronasituation auch gar kein Ende in Sicht zu sein scheint. Es kommen jetzt äußere Umstände dazu, die Menschen mit Veranlagung oder scheinbar auch ohne in depressive Phasen förmlich stürzen lassen. Ich habe beruflich damit zu tun – arbeite ich doch in öffentlichen Apotheken. Die Anzahl der Verordnungen von Antidepressiva steigt kontinuierlich. Tabletten allein sind indes keine Lösung. Vor diesem Glauben kann ich nur warnen! Sie können nur unterstützen.

Wir freuen uns somit derzeit die „Wanderbank“ des Hauses Wildwiese vor unserer Scheune in Hilwartshausen stehen zu haben. Dort kann sich jeder diskret durch die Broschüre „Depression?“ des Bündnisses gegen Depression in Südniedersachsen informieren. Betroffene wie Angehörige.

Um hier den Bogen zum Vorbeitrag zu spannen: Dort berichtete ich über das depressive Lamm Anton und seinen Schutzengel Linus. Möge jede/r seine/n Helfer/in in der Not finden, der/die es schafft einen aus dem Loch zu ziehen. Und mein persönlicher Tipp: Unterstützend zu allen in der Broschüre aufgezeigten Hilfen: Gehen sie raus in die Natur! Betätigen sie sich dort! Ob das der erste kleine Schritt auf den Balkon oder der große Schritt hin zu Arbeiten im Bereich des Naturschutzes ist… es hilft Betroffenen sehr wieder Halt zu gewinnen. Und Betroffene können dort so viel Gutes und Sinnvolles tun, was ihnen selbst oder sogar anderen helfen kann.

Um eine ältere Dame zu zitieren: Unter jedem Dach ein Ach.

Glauben Sie bloss nicht, sie seien mit der Thematik allein. Ich würde nur schätzen, dass ein Großteil der Betroffenen niemals darüber reden würde. Keinesfalls. Weil sie fürchten stigmatisiert zu werden. Im sozialen Umfeld genauso wie im Berufsleben. Nicht reden… war noch nie gut. Das hat noch niemals etwas verändert. Leben aber ist Veränderung, der man sich auch stellen muss.

Erst nach Jahrzehnten stellten eine Schulfreundin und ich fest, dass wir haargenau das gleiche familiäre Schicksal hatten. Selbst wir, die wir beste Freundinnen waren, haben uns nicht getraut zu erzählen, was daheim „los“ war. Machen Sie es besser! Holen Sie sich Hilfe, wenn Sie betroffen sind.

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Charmeur Linus

Es wäre eine lange Geschichte, warum wir dieses Jahr ein zusätzliches Flaschenlamm benötigten. Dringend. Ursache war ein WGH Flaschenlamm, das sich aufgeben wollte. So einfach gibt man hier aber nicht den Löffel ab! Gesucht war ein Gesellschafter, der den Drilling zurück ins Leben boxen würde. Organisch fehlte da nämlich nicht viel. So kam Leinebocklamm Linus zu uns. Frohnatur Linus war erwartungskonform der Meinung, dass Depressionen ihm unbekannt und zudem hier überflüssig wären. Wann immer Sorgenlamm Anton in die Ecke eines Zimmers starrte, nahm Linus Anlauf und drangsalierte ihn so lange, bis Anton aus seinen trübsinnigen Gedanken förmlich gerissen wurde. Anton hat die Kurve gekratzt und ist jetzt ein normal großes, mit gesundem Appetit gesegnetes Bocklamm, das sein Leben nicht nur Britta und uns verdankt, sondern ganz klar auch Linus. Er ist ein durchaus angenehmes Bocklamm. Fröhlich und…. leise. Das war die letztjährige Zukaufzibbe zum ähnlichen Zweck definitiv nicht. Coburger sind echt beeindruckend stimmgewaltig. Linus erfreut sich also bei uns großer Beliebtheit. Auch wenn wir uns fragen warum um alles in der Welt so lange Schwäne gezüchtet wurden. Als Halter sogenannter kurzschwänziger nordischer Rassen ist uns das lange, in alle Richtungen schlagende Ding beim Fläschchen trinken irgendwas zwischen suspekt und Lachanfall hervorrufend. Hier wird indes nicht kupiert. Linus darf sein Schwänzchen mit Würde tragen. Sei es drum… hier unser Töchterchen mit Linus. Beide sind kleine Helden 😉

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Lammzeit beendet – was ist passiert?

Normalerweise berichte ich hier in locker-lustiger, zuweilen aber auch nachdenklicher Art und Weise aus unserem Schäferalltag. Am letzten Eintrag sieht man aber schon… dieses Jahr ist etwas anders.

Das Positive vorneweg: Die Lammzeit ist durch und trotz schwerster Bedingungen (Schnucken-Stallgeburten nach minus 25 Grad und Kälteeinbruch im Schnee im April mitten in der Skuddenlammzeit) sind wir stolz sagen zu können: Unsere Tiere und wir haben es geschafft. Mit 59 Lämmern haben wir ein sehr gutes Ergebnis.

Und was war dann los, dass sich gefühlt alles verändert hat?

Stellt Euch vor, Ihr werdet bedroht. Und 2 Tage späterkommt Ihr zu der Mutterherde und jemand hat dort echt perfide gearbeitet. Ja, gearbeitet, denn das war nicht das Werk von 5 Minuten.

Karfreitag öffnete jemand alle Verbindungen, trat gegen die Stromverbindungen und kippte die Wasserkübel um. Was bedeutet das? Es ist die Zeit mit der stärksten Säugeleistung. Rund 100 l Wasser setzen die Schafe in dieser Phase um. Nimmt man den Muttern das Wasser, fangen sie nicht nur an zu brüllen, sondern versuchen auszubrechen. Das wäre hier ja für die Muttern wegen der geöffneten Verbindungen ein Leichtes gewesen. Dahinter hätte auch ein Bach gelockt. Problem nur: So kleine Lämmer nehmen das Stromnetz nicht wahr. Sie finden keine Lücken 50 m weiter. Sie nehmen den direkten Weg. Da wir horntragende Tiere haben, verhaken sie sich dabei. Und dort verenden sie dann elendig.

Das wäre schwere, in meinen Augen, schwerste Tierquälerei gewesen. Sie zielte haargenau auf die Schwächsten, die man sich überhaupt vorstellen kann. Das sind Menschen, für die Nutzttiere den Wert von Küchenschaben haben.

Was uns hier gerettet hat, waren 3 Flaschenlämmer, die in der Gruppe waren und die 4 mal täglich versorgt werden mussten. Nur deswegen kam ich rechtzeitig genug in der morgendlichen Dämmerung.

Unser Dank geht an Freunde, NABU-Mitglieder, Förster und Jäger, die in Folge engmaschig nach dem Rechten gesehen haben.

Meine Freude an Berichten ist nunmehr eingeschränkt. Es wird nicht mehr bekannt gegeben wo die Tiere gerade sind. Man muss sich vorstellen, dass man sich nicht mehr traut die Klöntür der Scheune zu öffnen, weil man Brandsätze befürchtet. Die Scheune ist mit einer Videoanlage gesichert.

2020 hatte man uns bereits die Radmuttern am Auto gelöst. Da kann man auch nicht mehr von Kavaliersdelikt reden. Man will uns gezielt schaden.

Aufhören? Da kann der- oder diejenige lange warten. Seit diesem Jahr sieht es sogar danach aus, dass der Betrieb eines Tages eine Nachfolgerin haben wird. Bitte unterstützt uns weiter! 59 Lämmer… bedeutet nicht nur viel Arbeit. Es benötigt auch einen „Markt“ für diese Tiere. Menschen, die verstehen, dass die Preise aus dem Supermarkt maximal ein Witz sind. Menschen, die auch preislich würdigen, wie wir uns um Lämmer kümmern, die einen holperigen Start ins Leben hatten (zu wenig Sauerstoff unter der Geburt ect.) und die mit der Milch mehr kosten als sie je einbringen. Und Menschen, die sich mit uns an unseren Rentnerinnen erfreuen, die aktiv helfen Biotopflächen mit zu erhalten und unsere zukünftige Zuchttiere auf uns prägen. Wir glauben an dieses Konzept. Wir glaube daran, dass ein ethischer Umgang mit Nutztieren die Zukunft ist.

Der Grund der letzten Drohungen war übrigens unsere ehrenamtliche Arbeit im NABU Dassel-Einbeck. Mein Mann hat daher aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Schriftführer niedergelegt. Wenn die betroffene Person weitere Textnachrichten schicken will, dann bitteschön an mich. Da die betreffende Nummer mittlerweile identifiziert ist, führt der direkte Weg nach der nächsten Drohung zur Polizei! Schon allein, damit unsere Nachfolgerin nicht ebenso traktiert wird.

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Wir bitten um Verständnis

Aufgrund von Drohungen und schwerem Vandalismus bis in den privaten Bereich hinein, wird der NABU Dassel-Einbeck auf absehbare Zeit keine Ortsangaben zu Vereinsgrundstücken und den dortigen Arbeiten oder Beweidungen mehr veröffentlichen. Wir bitten insbesondere die Mitglieder, die früher konstant über die örtliche Presse, den Vereinsblog und unseren privaten Blog auf dem Laufenden gehalten wurden, um Verständnis.

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Die 5. Jahreszeit hat begonnen

Viel Zeit hat er nicht verloren. Unser Deckbock legte kaum auf der Weide angekommen auch schon los. Folgerichtig kommen jetzt die ersten Lämmer überpünktlich. 4 Stück fanden wir heute morgen vor, 2 Mädels, 2 Jungs. Ein Mädel ist jetzt schon wie ein Sack voller Flöhe. Allein währen der Fütterung musste ich sie 4 mal wieder zurück in die Hürden setzen. So viel zu Stallgeburten. Folgerichtig flogen die anderen Mütter vor die Scheune. Es ist heute trocken, da kann man auch draußen lammen… mit PLatz, Ruhe und ein paar Rotmilanen, die nach Nachgeburten suchen.

Welcome! Innekens Tochter Inez . 1 Tag alt und nur Unfug im Kof
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Hofkörung – wir feiern!

Ein stattlicher Schwung Jungzibben bereichert zukünftig unsere Zucht. Um so wichtiger, dass sie gute Bewertungen haben!

Während mich bei den Skudden außerhalb von Wolle, Bemuskelung und Gangwerk vor allem die Hörner interessieren, ist es bei den Schnucken eine Gratwanderung zwischen Größe und Biotoppflege. Da zeigt sich der Schnuckennachwuchs auch linienabhängig „vielschichtig“. So feiern wir einerseits heute unsere Wuchtbrummen, die mit 8/8/8 Bewertungen nachtürlich Schaf-Modells sind und für Lob sorgten. Und die Zierlicheren?! Die haben durchaus ihre Berechtigung. Stellen Sie sich vor, sie stehen auf einem Magerrasen und wollen große Lämmer aufziehen. Äh… auch das Schaf lebt ja nicht von Luft und Liebe. Und so haben also beide Varianten hier durchaus ihren schnuckeligen Sinn. Und nicht, dass mich wer missversteht: Die Kleineren sind nicht etwa klein geratene Schnucken. Die Großen sind nur – Zitat – am äußersten oberen Rand des Standarts.

Wer hat das verursacht??? Das war ganz eindeutig unser ehemaliger Deckbock „Ansgar“ (aus M-Linie), der uns bis heute posthum Wuchtbrummen beschert. Er war eben eindeutig eine „Large-Version“.

Gekört wurden heute auch 2 Skuddenjungböcke, die hier zukünftig für Farbe bei den Lämmern sorgen sollen. Endlich. Knuth hat ja wirklich hübsche Lämmer gezeugt. Aber immer nur weiße… sind auf die Dauer doch etwas langweilig. Bruno ist braun, sein Halbbruder Hannibal ist schwarz. Beide sind Wertungsklasse 1 – auch wenn Bruno die Nase vorne hat. Er wird somit ab Herbst den größten Teil der Skuddendamen beglücken dürfen. Er hat heute schon mal einen neugierigen Blick werfen können und war sichtlich begeistert – auch wenn er nach seinem Bewertungsausflug mit Hannibal gemeinsam wieder in die Bockgruppe musste.

Was hat uns der Tag gezeigt: Wir sind weiter auf einem erfreulichen Weg und leisten unseren Beitrag zum Erhalt unserer beider Schafrassen, die vom Aussterben bedroht sind. In den kommenden Wochen wird uns die Lammzeit beschäftigen und uns hoffentlich erneut viele wunderschöne und typvolle Lämmer bescheren, von denen gewiß erneut eine Auswahl im Bestand verbleiben wird und so für den Erhalt des genetischen Schatzes sorgen wird.

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