Was ist ein „Sollingschaf“?!

TrutchenwollebodenlangEin „Solling-Schaf“ ist nicht etwa eine neue Schafrasse, gezogen um den Solling zu beweiden. Für das Solling-Schaf greifen wir auf alte, seltene Nutztierrassen zurück. Diese eint aber ein Merkmal, weswegen der Wanderer oder Interessierte sich ziemlich sicher sein kann, eines unserer Schafe im Solling gesichtet zu haben: Fast alle unsere Weidetiere – auch die Weiblichen – tragen Hörner! Wir halten Weiße Gehörnte Heidschnucken in Herdbuchzucht und Skudden im Vorherdbuch bzw. Herdbuch. Wir sind anerkannte Stammzucht im Landesschafzuchtverband Niedersachsen!

Foto: Robert Schumacher: Weiße Gehörnte Heidschnucke „Trutchen“

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Die Wetterseite ist dicht!

Vielen von Ihnen haben mit gebangt und gehofft. Gelingt das Husarenstück?

Es hat geklappt. Vielleicht nicht zu 100 % aber doch sehr sehr gut! Am Ende fehlten ein paar Sandsteine zum vollendeten Glück. Aber das lässt sich nachholen.

Dafür ist jetzt die Standfestigkeit des Gebäudes und die Dichtigkeit umfänglich gegeben. Keine Bange. Eule und Co kommen immer noch herein. Das ist hier auch wichtig, denn unsere Scheune ist durch Eulen bewohnt. Das möge bitte auch so bleiben.

Ich denke, dass der Coup mit der landwirtschaftlichen Folie ein sehr guter optischer Kompromiss von Funktion und Machbarkeit ergeben hat.

Unser Dank gilt allen Unterstützer:innen, die dieses Projekt ermöglich haben!!!

Insbesondere geht ein doppelt dickes Dankeschön an Marion, die mir sanft auf die Füße getreten ist, so dass ich das Projekt in Angriff genommen habe. Und an Otto, der so gefühlt einen halben Steinbruch voll Sandsteinplatten bei sich auf dem Dachboden gefunden hat. Und an Viktoria, die selbige mal eben hau ruck von dort mit uns runter befördert hat.

Also falls Sie noch 70 cm Sandsteinbehangplatten rumliegen haben, wären wir dankbar, wenn Sie sich melden würden. Alternativ kann ich im Frühjahr auch Platten in Auftrag geben. Fertigungszeit satte 4 Monate und ohne Patina maschinell hergestellt. Das wird erklären, warum wir erst noch versuchen werden gebraucht welche aufzutreiben.

Das Strahlen der zukünftigen Schäferin sagt, so denke ich, alles. Ein riesiger Sandstein ist uns vom Herzen gefallen 😉

Nun hat jede Medallie bekanntlich 2 Seiten. Diese hier hat auch eine Rückseite und diese muss noch saniert werden. Allerdings ist es a) hier nicht so, dass uns das Gebäude einzuklappen droht und b) sammeln wir hier fleissig Behangziegel. Gut. Wir schummeln vielleicht auch. Das Tor kann bei Sturm nicht mehr auffliegen, weil die Wassercontainer davor stehen 😡 Ich gelobe den Zustand der Rückseite nicht zu vergessen und dran zu bleiben. Historische Gebäude bleiben einfach eine Daueraufgabe. Wir haben das große Glück, dass bei unser receycelten Scheune kein Denkmalschutz nicht erfüllbare Auflagen setzt. Wir sind mit ganz kleinem Geldbeutel unterwegs. Ich denke, dass wir dafür aber dem optische Erscheinungsbild innerlich verpflichtet sind und so behutsam wie möglich die Sanierung betreiben und dass man das auch sieht.

Man beachte übrigens die Sandsteinplatte mit Eulenloch, die ich bei ebay Kleinanzeigen aufgetrieben habe 😉

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Unsere Scheune auch nicht. Ersteinmal sind wir und all die, die mit uns gefiebert haben, froh, dass wir mit einm 7 Meilensandstein vorwärts gekommen sind

Vielen herzlichen Dank!!!!!

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Flächen und deren Erhalt – Schäferei und deren Erhalt

In den vergangenen Jahren hat unsere Schäferei ein ständiges Wachstum erfahren dürfen. Ursprünglich waren es mal vor bald 1,5 Jahrzehnten 7 Schafe und 2 Ziegen. Es ist heute kaum mehr vorstellbar, was daraus gewachsen ist!

Ich bin seinerzeit über den Naturschutz zu der Tierhaltung gekommen. Weil es Flächen gab und gibt, die nicht mehr bewirtschaftet werden und deren Artenvielfalt damit verschwindet.

Die Schäferei ist über mehrere Etappen gewachsen. Lange habe ich gesagt, über 50 Köpfe wachsen wir nicht. Der limitierende Faktor war hier der Hänger. Dann kam ein großer Schafanhänger und die Grenze war schnell vergessen.

Derzeit sind wir bei round about 100 Köpfen. Nach der Lammzeit deutlich mehr, bis sich das durch Zuchttierverkäufe und Schlachttermine wieder einpendelt. Das wäre jetzt wieder eine Grenze, die meine Kraft schlicht limitiert.

In diesem Jahr hat sich aber meine Tochter für ein Studium der Ökologischen Landwirtschaft entschieden und selbiges auch aufgenommen. Sie fühlt sich in diesem Bereich sehr wohl und möchte den Betrieb in ca. 3 Jahren übernehmen. Sie hat aus einem vorangegangenem Studium einige Scheine angerechnet bekommen und das Praktikum in einem anderen Schafhaltendem Betrieb hat ihr viele Anregungen und Vergleiche geboten.

An mir ist es meiner Tochter und dem Betrieb aber auch den Flächen eine möglichst gute Perpektive zu geben.

Daran hängt unfassbar viel: Es ist nicht nur die Schäferei mit ihren 2 vom Aussterben bedrohten Schafrassen in Herdbuchzucht. Es sind eben auch all die vielen Flächen, die ich mit ihr bewirtschafte und von denen ein großer Teil zwingend auf uns angewiesen ist. Weil sie kein anderer Bewirtschafter haben möchte. Weit abgelegen und im Steilhang liegend ist das eine. Neuerdings versiegt aber auch das Wasser. Rinderhaltung „wie früher“ wird schwieriger. Neuerdings müssten viele Flächen einen Wasserwagen dazu gestellt bekommen. Das ist häufig aber wegen der Steilhanglagen gar nicht möglich. Mähen im Steilhang und dazu noch weit entfernt von den Ortschaften, ist indes auch eine illusorische Vision. Das Schaf trinkt im Vergleich zum Rind deutlich weniger. Kanisterschleppen ist eine unserer Standartaufgaben – das ist für uns nichts Neues und schon gar nichts Limitierendes. Längst führt beispielsweise der Riepenbach nicht mehr so viel Wasser, dass daraus Wasser geschöpft werden könnte.

Wenn nicht bewirtschaftet wird, kommt die Sukzession. In den ersten Jahren kaum bemerkt, schleichen sich Brombeeren, Farn und Buschwerk in die Flächen. Häufig ist es 5 Minuten nach 12, wenn wir die Flächen entern. Manches mal ist diese Zeit auch schon um ganz andere Dimensionen überschritten. Mit dieser Flächenaufgabe verschwinden unzählige Pflanzen- und Tierarten! Und übrigens auch Werte!

Außerhalb der Täler wiederum erkennt man unsere Flächen ebenfalls: Sie sind nicht unter einem braunen Gülleschleier begraben. Stattdessen sehen sie „unruhig“ aus. Meist sind sie nicht nachgemulcht um vielen Insektenarten eine Überwinterung im Altgras zu ermöglichen. Für uns ist es in der Bewirtschaftung auch herzlich unwichtig, ob da alte Grashalme auf der Fläche stehen. Wenn es wieder durchtreibt, suchen sich die Schafe geduldig ihr Futter heraus. Die Humusschicht und damit das gespeicherte CO2 wächst. Ich habe Kinder, die sollen in einer lebenswerten Umwelt leben können. Klimaschutz geht uns alle an. Insektenschutz geht uns alle an. Viele Systeme sind kurz vorm kippen und die meisten sehen das nicht einmal. Ein „weiter so“ wird in vielen Bereichen in Sackgassen ohne Wendehammer enden.

Um Biodiversitätsreiche Flächen zu erhalten und um andere Flächen aus einer intensiven Landwirtschaft auszukoppeln, braucht es die Schäferei. Dazu muss diese weiter wachsen. Was sie aufgrund meiner Tochter auch kann.

Und dies sind die Gründe, warum ich auch diesen Winter wieder auf „Brautschau“ gehe. Es geht dabei um Flächen in den Solling-Wiesentälern rund um Sievershausen und Hilwartshausen. Und zwar explizit um Flächen im: Riepenbachtal, Lummerketal, in den Kreuzwegwiesen, Büwiesen (der obere Teil, die Wohlkopfwiesen sind schon komplett in unserer Bewirtschaftung) und den Sandbornwiesen. Gerade und in besonderem richtet sich dieser Aufruf an die Eigentümer von Riepenwiesen, deren Flächen bereits stark der Sukzession ausgesetzt sind. Ebenso sind Flächen außerhalb der Täler bei uns möglich. Das ist beispielsweise dann geeignet, wenn Besitzer:innen die derzeitige Bewirtschaftung zu nitratreich finden ect. Wir spritzen nicht. Gar nicht. Keine Insektizide, keine Herbizide und keine Fungizide!

Der finanzielle Aspekt: Die Schäferei kann von einem Fleischverkauf nicht nur nicht leben. Das ist eine vollkommen untergeordnete Nutzungsart. Ein Tier im Schlachthof kostet 45 Eur. Ohne dass meine Spritkosten darin erfasst wären. Am Haken hängen dann Lämmer, deren Fleisch langsam ohne Mästen gewachsen ist. Das sind dann Schlachtkörper von ca. 10 bis 12 kg, je nach Zeitpunkt bei den WGH und noch darunter bei den Skudden. Was soll dieser Schlachtkörper kosten, damit hier ein Gewinn zu erzielen wäre? Der finanzielle Rahmen zum Überleben muss also durch die Flächenförderung kommen! Das geht aber nur bei ausreichender Fläche. Ergo: Egal von welcher Seite man das Ganze sehen will: Wir suchen weitere Flächen.

Falls Sie Interesse haben Flächen an uns zu verpachten, nehme ich Sie gerne mit „auf die Runde“ der täglichen Tierkontrolle, so dass Sie einen Einblick in unsere Flächenbewirtschaftung bekommen können. Kontakt sehr gerne über info@sollingschaf.de oder telefonisch unter 01605977905

Sabine Zwolinski

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Wir sind auf der Zielgeraden

Die Wetterseite unserer Scheune befindet sich gerade in der Sanierung. Wir danken allen Spendern, die diese Maßnahme unterstützt haben, ganz ganz herzlich!!! Dazu gehört auch ein Anwohner, der noch Sandsteinplatten bei sich gefunden hat. Es würden noch ein paar fehlen. Also falls noch einer… 😉

In der Not werden wir sonst einfach das beige Kunststoffgewebe etwas runter ziehen. Das ist keine larifari Baumarktplane, sondern ein fester Kunststoff, wie er in der Tierhaltung üblicherweise zur Belüftung von Stallgebäuden verwendet wird.

Eines können wir jetzt schon sagen: Wie immer kommende Woche die Sanierung abschließt: Die Funktion und die Standfestigkeit des Gebäudes ist für die kommenden Jahrzehnte auf der Seite gewährleistet! Und ebenso wird die Optik eine 110%ige Verbesserung zum Ausgangszustand sein.

Ein Wehrmutstropfen bleibt: An die Rückseite müssen wir auch noch mal ran. Aber gut… Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Unsere Scheune vermutlich auch nicht.

Kommende Woche stelle ich Bilder ein, die das Ergebnis zeigen werden. Für mich ist das ein vorgezogenes Weihnachten 😉 Vielen lieben Dank!!!

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Gerade in Zeiten des Klimawandels: Bäume pflanzen

Jeden Winter geschieht das Gleiche: Ob Verkehrssicherheit, Baumschädigung, störender Laubfall, störender Erntesegen von Obstbäumen, zu viel Aaaarbeit… Bäume im Siedlungsbereich verschwinden. Und im Außenbereich ist es kaum anders. Abgängige Bäume in der Feldmark werden fast nie ersetzt.

Und genauso unverdrossen schwinge ich jeden Winter den Spaten. Ja gut. Auf eigenem Grund und Boden kann man ja auch loslegen. Schon letztes Jahr setzte ich strategisch „Schattenbäume“. Weidetiere im Klimawandel leiden häufig unter sengender Hitze. Aus verschiedenen Gründen haben Landwirte in den vergangenen Jahren aber häufig Solitärbäume beseitigt oder bei Abgang nicht ersetzt. So sind manche Förderbedingungen der Landwirtschaftskammer selbst mit gutem Willen nicht zu verstehen. Unter einem Baum kann u.U. wegen des Schattens wenig Gras wachsen. Ergo ist da kein Grünland und wird von der Förderung abgezogen. Fein säuberlich per Satelittenbild rausgerechnet. Das fördert nicht die Bereitschaft Bäume zu pflanzen.

Ich kann´s indes nicht lassen.

Wirklich glücklich bin ich daher, wenn mir andere ermöglichen Bäume zu pflanzen. Ein Flächeneigentümer, der nicht nur sein o.K. für die Pflanzung von 3 Linden und einer Kirsche gab, sondern die Bäume auch noch zahlte. Was werden sich seine Bienchen und unsere Schäfchen freuen. Eine Verkopplung, die auf eingehende Bäume angesprochen, sich ebenfalls entschloss 10 Bäume pflanzen zu lassen und ein Verein, der signalisierte diese Bäume zu zahlen – einfach toll. Da ramme ich gerne ehrenamtlich den Spaten in den Boden! Für mich ist nichts schlimmer, als tatenlos zuzusehen oder ewig zu palavern, dass früher alles besser war. Oder zu nörgeln, dass keiner was tut – und selber dabei wundersam nicht gemeint zu sein.

Manche Besorgnisse kann man übrigens mit der Baumauswahl umgehen. Obstbäume im Außenbereich sollten immer Hochstämme sein. Sie lassen sich so schneiden, dass Treckerspiegel und Bäume unbehelligt bleiben. Sie sind zudem erheblich langlebiger. Wenn rumliegendes Obst nervt, dann kann man Kirschen wählen. Das „Problem“ beseitigen dann Stare zuverlässig. Rund um Hilwartshausen ist derzeit auch Steinobst die bessere Wahl als Kernobst. Steinobst soll weniger anfällig für den schwarzen Rindenbrand sein, der leider dort grassiert. Wenn Ahorne wegen Verticilliumbefall eingehen, kann man die in der Nähe bestens wachsenden Linden empfehlen.

Ich sage ein herzliches Dankeschön an diejenigen, die dieses Jahr „Ja“ zu Bäumen gesagt haben. Profitieren tun wir alle davon. Nicht nur weil CO2 gespeichert wird (so viel ist das gar nicht). Aber ganz nebenbei werden unzählige Bienen und Hummeln in Linden- und Obstblüten summen. Strukturreiche Landschaft schafft Nistplätze, Nahrung für Tierarten und bietet einen erfreulichen Anblick. Schatten bietet kühlere Temperaturen. Ob für Weidetiere oder Spaziergänger in der Feldmark. Eine runde Sache also.

Hier eine der Linden, deren Pflanzqualität übrigens wieder mal sehr gut war. Die Baumpfähle folgen noch. Ersteinmal war wichtig die Bäume in den Boden zu bekommen und den Hasen schon mal den Zutritt zu verwehren 😉

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Scheeve Schüne – der nächste Sanierungsabschnitt startet

Es geht los! Mit großer Erleichertung können wir vermelden, dass die Scheunensanierung startet! Wir werden über die Fortschritte berichten!!!

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So ganz allmählich…

Diese Woche stehen noch die Zuchtgruppen im Vordergrund. Doch so so langsam aber sicher geht es in die Planung der Scheunensanierung. Mittlerweile ist schon das Gewebe eingetrudelt, das den oberen Abschluss an der Sanierungsseite bilden wird. Wenn das Nützliche mit dem Praktischen verbunden wird – oder so ähnlich.

Warum so ein Gewebe? Tiere dünsten eine enorme Menge Flüssigkeit aus, wenn sie aufgestallt werden. Zudem hat nach der Coronapandemie vermutlich jeder verstanden, dass Belüftung von Innenräumen den Infektionsdruck senkt. Das gilt auch bei Nutztieren. Die halten sich zwar nicht mit Corona auf, können aber auch diverse unschöne Bakterien und Viren austauschen. Auf der Weide ist das wie mit Waldkindergärten… hübsch abgehärtet gibt´s da fast nie Probleme.

In den vergangenen Jahren haben wir somit erst einzelne fehlende Sandsteinplatten gar nicht so schlimm gefunden. Dadurch wehte doch immer ein frisches Lüftchen durchs Fachwerk. Nun aber gefährden fehlende Sandsteinplatten natürlich auch die Vollendung einer Sanierung. Man bekomme solche Platten erst mal zu vernünftigen Preisen als Ersatz…

Punkt 1 habe ich schon gesammelt. Punkt 2 hilft uns jetzt das Gewebe (übrigens ein stabiles Gummigewebe, nicht etwa eine banale Plane). Der oberste Meter bekommt diese Abdeckung und spendet damit ein paar Sandsteinplatten für weiter unten. Two in one.

Unsere Scheune dient übrigens nur als Notaufstallplatz. Unsere Tiere sind also immer nur kurze Zeiten im Stall – wenn überhaupt. Das ist halt stark von den Winterverläufen abhängig. Letztes Jahr waren wir 365 Tage draußen. Nur zu Lammzeit waren mal einzelne Muttern aufgestallt. Und nein… unsere benötigen keine ganze Woche um eine Mutter-Lammbindung aufzubauen. Das waren dann entweder Drillinge, ein nicht abgegangener Mutterkuchen oder so etwas. Der überwiegende Teil der Muttern lammt draußen und das sehr diskret außerhalb der Herde. Oder würden Sie in einer U-Bahnstation Ihr Kind gebären wollen?!

Ansonsten ist unsere Scheune aber ultimativ notwendiger Heulagerplatz und… Sortierplatz. Heute gehen 10 Schnuckenmähdels raus nach Thüringen. Man lade eine Hängerladung aus, sortiere kurz nach vorn und hinten und hat nicht lange Fangaktionen irgendwo. Das ist für alle entspannter. Auch der Handschurkurs von Karo fand bei uns in der Scheune statt. Selbst der NABU kann bei uns „unterschlüpfen“, wenn es z.B. darum geht Obstbaumschnittkurse anzubieten. Dann muss man sich nämlich nicht bei Regenwetter die Theorie von den Zetteln laufen lassen. Damit ist das alte Gemäuer eine „Mehrzweckscheune“.

Hoffen wir, dass wir die Sanierung vorm Winter gestemmt bekommen. Noch hält die Plastikplane an der Wand. Ob die allerdings noch ein stärkeres Sturmereignis aushält… möchte ich nicht zwingend ausprobieren wollen. In diesem Sinne setze ich auch noch mal den Link zu unserem Spendenprojekt auf betterplace.me

Sie unterstützen damit eine Schäferei, die aufgrund der gestiegenen Kosten und der gleichzeitigen Unterstützung der Politik von Schweine- und Geflügelhaltern preislich beim Fleisch beispielsweise gar nicht mithalten kann.

https://www.betterplace.me/die-scheeve-schuene-is-brakks-rettet-die-scheune/neuigkeiten

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Warum wir bei www.betterplace.me unter „Tiere“ stehen

Grundsätzlich ist ein Scheunen-Sanierungsprojekt auf einer Spendenplattform kein „Tier“. Na, vielleicht ein Elefant, der durchs Nadelöhr muss. Aber ansonsten ist eine Scheune höchst gegenständlich…

Aber einerseits erhalten wir 2 vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen (Skudden und Weiße Gehörnte Heidschnucken) in Herdbuchzucht. Andererseits versuchen wir auch so gut es irgend möglich ist, eine ethische Nutztierhaltung zu pflegen.

Dazu gehört nicht nur, dass die Muttern,die uns viele Jahre Lämmer geschenkt haben, bei uns ihren Lebensabend genießen können, sondern auch, dass wir so ein paar „special cases“ halten: Medea, unser Zwitter ist so ein Fall. Oder ein paar Böcke, die zur Zucht zwar nicht taugen, aber irgendwie den Dreh raus hatten zu bleiben: Da sind z.B. Haudegen good old Patrick:

Und sein ebenfalls kampferprobter Sparringpartner Autumn

Bockgruppen sind „nicht so ganz ohne“. Da braucht´s gute Nerven und eine gesunde Einstellung, dass es eben Jungs sind. Und die gehen nun mal miteinander durchaus ruppig um. Wir schätzen unsere Bockgruppe indes sehr, da sie in der Landschaftspflege beste (es braucht keine Ziege, wer Hörner feilende Böcke hat) Dienste leistet. Und bei allen spektakulären Schaukämpfen… von diesen Jungs hat uns noch keiner angegriffen.

Besonders ist aber z.B. auch Pauline. Mittlerweile 14 Jahre alt. Unfassbar, wie die Zeit vergeht. Ein hochintelligentes Schaf, das vergangenes Jahr sogar den Bruch von Horn samt Hornzapfen überlebte und in gutem Zustand gelassen dem nächsten Winterhalbjahr entgegen sieht. Wie die gleichaltrige Afrodithe übrigens auch. Hier ein aktuelles Bild von Pauline, die so etwas wie ein Lebensabschnittsschaf ist und schlicht zur Familie gehört:

Wir haben aber auch jüngere Rentnerinnen: Smilla, die wegen einer Euterentzündung schon früh aus der Zucht musste und mit Spritzigkeit und guter Laune ihr Leben genießt. Oder Mina, 10 Jahre, mein ehemals erstes Flaschenlamm. Sie ist – obwohl als Skudde nun wahrlich nicht das größte Schaf der Gruppe – die uneingeschränkte Queen der Gruppe, die naturgemäß eine unserer größten Herden ist.

Davon ab sind wir dankbar für unsere großartigen Zuchttiere beider Rassen, die einen hervoragenden Job leisten: In der Lämmeraufzucht genauso wie in der Biotoppflege. So ist jede der 4 derzeitigen Gruppen auf seine Weise ganz besonders und für die Wiesentäler des Sollings rund um Sievershausen/Hilwartshausen wirklich wichtig. Artenreiches Grünland in Hanglage… wer macht das denn heute noch? Das ist aber für die Biodiversität und die Einmaligkeit dieser Wiesentäler unabdingbar. Und so bin auch ich schlussendlich ein „besonderes Tierchen“, das zwar die Lebensmitte deutlich überschritten hat, aber immer noch mit wachsender Begeisterung und Freude an der Arbeit die Steilhänge rauf und runter hechelt. Auf den schönsten Flächen des Sollings.

Auch versuche ich über Instagram als „sollingschaf“, im Forum Garten Pur unter „Schafe halten“ oder hier auf dem Blog tiefer gehende Einblicke in die Schäferei zu geben: Über die finaziellen Schwierigkeiten, die unglaubliche Freude an den Biotopflächen und den Tieren, die Sorge über Stolpersteine von Vandalismus bis zum behinderten Lamm, die Dankbarkeit darüber, dass unsere Tochter dieses Jahr ein landwirtschaftliches Studium beginnen und den Betrieb eines Tages übernehmen will ect.. Und wem das alles nicht reicht und der sagt: Ist ja gut und schön, aber meine Spende… da will ich doch bitteschön genau sehen wo die landet…. der kann sich auch gerne melden und persönlich vorbei schauen. Da ist nichts zu verstecken. Ich zeige sehr gerne die Tiere, die Flächen und natürlich auch die Scheeve Schüne, die wie keine andere zu diesem Betrieb passt. Sie zeigt wo´s klemmt genauso, wie man versucht sich allen Widrigkeiten entgegen zu stemmen.

Drum bitte: Unterstützt uns:

https://www.betterplace.me/die-scheeve-schuene-is-brakks-rettet-die-scheune

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Die Scheeve Schüne is brakks

Nun endlich ist das Projekt zur baufälligen Scheune in Hilwartshausen gestartet! Bitte helfen Sie uns, damit unsere Schafe auch in Zukunft ein Dach über dem Kopf haben, wenn es nötig ist. Für das Landschaftsbild von Hilwartshausen. Für unser zwingend nötiges Heulager. Und für unsere Tochter Lena, die den Betrieb nur übernehmen kann, wenn er „fit“ ist!

https://www.betterplace.me/die-scheeve-schuene-is-brakks-rettet-die-scheune

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Scheeve Schüne – Teil 4

Bevor jemand meint, er hätte 3 Teile Bericht verpasst: Der 4. Sanierungsabschnitt unserer Scheune steht an. Unausweichlich 😡

Freunde sind nicht nur dazu da einem Honig um den Bart zu schmieren. Echte ziehen einem auch sanft am Ohr und öffnen Augen. Und so müssen wir erneut an unsere Scheune ran – auch wenn die Kasse leer ist. Da hilft dann nur eine Spendenplattform…

Nachdem Bilder manchmal mehr als 1000 Worte sagen: Das ist unser Prachtstück vor dem diesjährigen Sanierungsabschnitt:

Ein Bild und 100 Fragen:

Wie konnte es so weit kommen? Unsere Scheune ist hochbetagt. Sie ist sogar receycelt. Stand anfangs in Markoldendorf und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts abgebaut und in Hilwartshausen wieder aufgebaut. Jetzt verliert sich etwas die Spur. Also ob dabei vergessen wurde innere Streben wieder einzubauen oder ob ein nachfolgender Besitzer die äh… etwas naiv abgebaut hat… auf jeden Fall kann sich jeder denken, dass das der Statik alles entzogen hat. Die erste Sicherungsmaßnahme nach dem Kauf bestand somit darin innen Balken einziehen zu lassen. Danach wurde ein Brandschaden vorn aus den Zeiten des Vorbesitzers und das Tor nach Sturmschaden erneuert. Über Leadermittel kam dann sprichwörtlich in letzter Minute ein neues Dach. Die „Betonpanzersperren“ sind übrigens nicht von uns. Dass man damit der Statik eines Gebäudes nicht dauerhaft hilft, wäre uns klar gewesen.

Jetzt sorgt die Scheune erneut für Fakten. Die Verbindungen an der Seite sprengt es jetzt. Entweder jetzt handeln – oder alles verlieren. Das geht aber keinesfalls, da wir für die Tierhaltung zwingend (!!!) Heulager und Notfallaufstallplatz benötigen. Sonst geht es hier in der Gegend mit dem Landschaftsschutz die trockenen Bäche hinunter. Wir pflegen – mit Herzblut und aller Kraft – etliche ha u.a. im FFH-Gebiet Ilme und den wunderschönen und erhaltenswerten Wiesentälern. Da können wir jetzt nicht an so was scheitern. Auch wenn ich ehrlich zuweilen gerne den Kopf in den anmoorigen Boden der Wiesentäler stecken möchte. Wer soll das noch zahlen?!

Auch muss es ultimativ weiter gehen, da unsere Tochter dieses Jahr ein landwirtschaftliches Studium beginnt und darauf setzt eines gar nicht mehr so fernen Tages des Betrieb zu übernehmen. Es gilt somit Unmögliches mal wieder möglich zu machen.

Helfen kann man übrigens auf höchst unterschiedliche Weise. Ob beim Abnehmen der Sandsteinplatten (die da selbstverständlich wieder ran kommen) oder beim Abdecken vom Heu innen. Ob mit der ein oder anderen noch rumliegenden Sandsteinplatte oder auf der Spendenplattform. Irgendwie muss die Scheeve Schüne vom Glatteis runter, bevor sie noch weiter rutscht! Wenn Ihr/Sie dabei helft, dann helft Ihr ein Stück Kulturgut zu erhalten!

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Rückblick auf den Handschurkurs in Hilwartshausen

Da wir über den Naturschutz vor vielen Jahren zur Tierhaltung gekommen sind, sehen wir mit Sorge den Rückgang von „Kleinhaltungen“. Also von Hobbyhaltern, die mit 5 bis 20 Tieren große Grundstücke bzw. Resthoflagen „pflegen“. Man muss den Blick auf alle anderen uns umgebenden Tierarten haben, damit man das nachvollziehen mag. Von Schwalben, Staren, Rotschwänzchen bis Dungfliegen und -käfern hängen unbandig vieleArten an der Viehhaltung auch und beispielsweise bei den Schwalben gerade in Ortslagen. Problem indes: Es gibt beispielsweise immer weniger Scherer. Da steht dann die Familie da mit ihrem Tierhaltungswunsch und traut sich aber nicht mehr ran. Zweifelsohne kann man auch – und das ist auch sehr empfehlenswert – einen Schafhalterkurs bei der Landwirtschaftskammer machen. Das ist aber auch etwas aufwändiger. Ebenso kann man sich – wie ich auch – das Scheren selber beibringen. Aber viel einfacher ist es doch, wenn man eine professionelle Anleitung und man vor der Anschaffung schon das Wissen hat: Kann ich. Daran scheitere ich nicht!

Mein Dank geht somit an Karo von „Scharfe Wolle“, die bei uns endlich den leider wegen der Coronasituation immer wieder verschobenen Handschurkurs halten konnte.

Learning by doing unter Realbedingungen 😉 Gestartet wurde mit unserer Bockgruppe. Riesengehörn und erstmalig eine Schere in der Hand… tief durchatmen und mit den Bocklämmern anfangen und dann in aller Ruhe Routine erwerben. Sorry, aber auch in den Kleinhaltungen leben Böcke, die „ausgezogen“ werden wollen und müssen. Hier hatte man immerhin lauter liebe Böcke, die zwar untereinander einen sehr rauen Umgangston pflegen, aber Menschen gegenüber verlässlich freundlich sind.

Am Tag 2 waren die Skuddenmuttern dran. Auch hier gab es eben Besonderheiten. Während man beim Bock auf bestes Stück und Hodensack achten muss, hat so ein Muttertier ein gar nicht kleines Gesäuge. Dazu stieg hier der Lärmpegel, weil manch ein Lamm und einige Mütter es nur schwer aushielten mal ein Viertelstündchen getrennt zu sein.

Gelehrt wurde nach neuseeländischer Methode. Fast würde ich es als eine Art Tanz beschreiben. Wo fängt man an, wo geht es weiter, wo muss dann welcher Fuß (vom Scha und vom Scherer 😉 ) hin…

Nachdem eine Familie überlegt Schafe anzuschaffen, wurde auch kurz der Klauenschnitt gezeigt.

Am Ende hatten die Teilnehmer schon fast Routine. 16 Böcke und 20 Muttern haben nun die aktuelle Sommerfrisur. Unsere Schnucken hatte ich schon vorher geschoren. Bei den Rentnerinnen/Jungzibben fehlen noch 4. Damit ist spätestens beim nächsten Umstellen dei diesjährige Schur vollbracht.

Vielen lieben Dank an Karo und alle Teilnehmer!

Ein besonders dickes Dankeschön an Marion, die einen weiten Weg auf sich nimmt um bei uns unter der Schur zu helfen und die sich im Kurs als Naturtalent entpuppte. Egal ob Bock, schwarze Wolle oder das Modell „ohne Horn“ – Marion schnippelte die Wolle in Veggiefellqualität vom Tier. Wenn die Juni-Wolle das zuließ natürlich 😉

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