Was ist ein „Sollingschaf“?!

TrutchenwollebodenlangEin „Solling-Schaf“ ist nicht etwa eine neue Schafrasse, gezogen um den Solling zu beweiden. Für das Solling-Schaf greifen wir auf alte, seltene Nutztierrassen zurück. Diese eint aber ein Merkmal, weswegen der Wanderer oder Interessierte sich ziemlich sicher sein kann, eines unserer Schafe im Solling gesichtet zu haben: Fast alle unsere Weidetiere – auch die Weiblichen – tragen Hörner! Wir halten Weiße Gehörnte Heidschnucken in Herdbuchzucht und Skudden im Vorherdbuch bzw. Herdbuch. Wir sind anerkannte Stammzucht im Landesschafzuchtverband Niedersachsen!

Foto: Robert Schumacher: Weiße Gehörnte Heidschnucke „Trutchen“

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Bertram im Schnee

„Bertram in motion“ – könnte man das Bild untertiteln. 2016 kam er zur Welt und lebte nach den „12 Wochen mit Mutti“ in der Bockgruppe. Da kann man u.U. durchaus alt werden. Auch wenn die meisten Bocklämmer in die Verwertung gehen, sind Ausnahmen möglich. Gerade kein Bedarf an Schlachtlämmern, besonders hübsch gewachsen und vor allem: Besonders friedlich. Das sind Qualitäten, die man für diesen Trick haben sollte. Und selbst davon gibt es Ausnahmen. Es gibt bei uns auch einen WGH Bock, der sich einfach immer wegduckte, wenn wir für einen Schlachttermin verladen haben: Gero. Der ist noch nicht mal besonders hübsch. Bertram aber erfüllte alle Qualitäten und wuchs und wuchs…. vor allem in die Breite. Sein Gehörn ist bei uns absolut einmalig – wobei er nicht einmal extrembreit dreht. Wer bei uns in die Böckegalerie schaut, wird feststellen, dass Deckbock Anton ihn da noch toppen konnte. Aber auf jeden Fall ist auch Bertram ein imposanter Bock geworden, keine Frage.

Nun gibt es eine Interessentin für Bertram und wir wünschen dem vitalen Pazifisten, dass er seine eigene kleine Herde entern kann. Nicht, dass wir unsere einsatzstarke Bockgruppe, die deutlich vor den Müttern die Biotope entern kann (die werden nämlich früher geschoren) nicht schätzen würden. Aber wir sind durchaus so sentimental, dass wir uns für die herausragende Bestimmung eines Bocks freuen würden. Manchmal wäre ich gerne Mäuschen und würde den Gesichtsausdruck sehen wollen, wenn ein Bock nach Bockgruppenleben auf seine eigenen Zibben trifft. Das muss wie Weihnachten, Geburtstag und Silvester an einem Tag sein. Und das sieht man ihm ganz sicher an

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Schäferweihnacht

Eigentlich… zogen viele Schäfer Weihnachten in den Stall. Das war dann Schäferweihnacht. Unsere müssen das nicht, haben unsere ursprünglichen Schafrassen doch ihre Wetterfunktionskleidung immer dabei. Das sollte nach geruhsamer Weihnacht aussehen. Oder?

Wer uns kennt, der ahnt…. nicht wirklich.

2020 hat aber allem die Krone aufgesetzt. Wenn ich volltags in den Apotheken (ja, ich arbeite in zweien) den Deutschen Masken verteile, wollen die Tiere trotzdem weiter etwas zu fressen haben. Um mein politisches Karthagostatement auch hier zu wiederholen: Weil der Gesetzgeber will, dass ich 20 Stunden neben der Tierhaltung arbeite. Ergo steht die Schäferin Heilig Abend um 5 Uhr auf und sattelt die Hühner, pardon, das Biotopauto um in Wellersen die Böcke in stockdunkler Nacht weiter zu zäunen. Das ist übrigens Hanglage. Der systemrelevante Beruf riskiert hier alle Knochen. Nach getaner Arbeit verwandelt sich die Angestellte um 8 Uhr mittels Kleidungwechsel in die Apothekerin. Um 13 Uhr spült es nach erneutem Kleidungswechsel die Schäferin auf eine Biotopweide zum Äbzäunen. Bei anbrechender Dunkelheit und getaner Arbeit war uns der Abend bei meiner Tochter vergönnt, die uns liebevoll verwöhnt hat.

Schon sehr früh am morgen drängte dagegen der Schäfer: In Wellersen ist derzeit viel Wild unterwegs.

Es gehört zum Schäferleben, dass man Instinkte entwickelt.

Wie sagte Markus doch? Ein Schäfer kann die Probleme lösen, die er ohne Schafe gar nicht hätte 😉

Darin sind wir einsame Spitze! Trotz des durcheinandergeworfenen Tags, hatten wir eines der schönsten Weihnachten ever. Während die Gans im Ofen schmorte, zäunte ich auf den Kreuzwegwiesen. Wer meint: Oh Gott, die arme Frau – dem sei beschieden, dass ich die ganze Woche nicht so glücklich war, wie gestern da draußen. Bei zartem Sonnenschein und körperlicher Bewegung. Statt vollgelaufenem Haksen durch die stehende Tätigkeit in der Apotheke, verschiedenstartige Bewegung… da laufen meine Knochen runder als sonst. Wir sind beide dankbar für unsere Schäferei, die uns reich beschenkt. Rund ums Jahr und auch zu Weihnachten.

Das Glück findet sich allerweil auf der Weide. Nachhaltig

Wir wünschen Euch so viel Zufriedenheit, wie wir da draußen erleben. Besinnliche Stunden, die dankbar machen für das, was wir haben. Möge 2021 ein gesundes neues Jahr werden.

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16 Rebhühner, 20 Schafe, 2 Hirten…. wenn unsere Skudden-Zuchtgruppe erzählen könnte

Es gibt Flächen, die schätzen wir Wollies ganz besonders. Flächen mit Ausblick sind z.B. reizvoll. Beim Wiederkäuen den Weitblick genießen – welch Schaf würde uns darum nicht beneiden. Kräuter schmecken auch im Winter besonders gut und sind gesund. Das sieht man uns übrigens an! Nicht immer sind Mitbewohner von Flächen gern von uns gelitten. Einmal hatten wir einen Fuchs in der Fläche. Der konnte sich – er wurde dabei von der Hirtin beobachtet – wie der Bus in einem sehr bekannten Jugendbuch – gaaaanz schmal machen und sich zwischen zwei Netzen durchquetschen. Manche Mitbewohner beobachten wir aufmerksam. Aus gutem Grund. Raben gelten als üble Lämmerkiller. Wir haben das trotz all der vielen Lammzeiten im Freien mitten in Rabengebieten zwar nie festgestellt, aber die dürfen trotzdem ruhig wissen, dass wir Hörner nicht nur zur Zierde tragen. Bislang mopsen sie aber im Frühjahr nur die Nachgeburten von unserer jeweiligen Fläche und das ist uns durchaus sehr angenehm. Rehe sind zuweilen sehr dreist und springen über den Zaun. Rein wie raus, Sommers wie Winters.

Derzeit sichten wir kleine, moppelige Hühnchen. Unser Hirte sagt, das seinen Rebhühnchen. Die profitieren wohl von unserer extensiven Beweidungsform gleich mehrfach. Bei uns blühen Kräuter und deren Samenstände finden sich auch noch im Winter. Und wenn wir persönlich anwesend sind, lassen wir hinterrücks was fallen, was viele Insekten spannend finden. Und das wiederum schätzen sehr viele Vogel- und Fledermausarten.

Jetzt im Winter ist es etwas ruhiger als im Sommer. Aber wenn wir ehrlich sind, dann hat die staade Zeit auch eine Menge für sich. Heute kamen Hirtin und Hirtienchen zum zäunen und zum Schlehenrückschnitt. Das hatte glatt etwas Adventliches. Wir genießen diese Zeit schon auch: Unser Bock Knuth ist aus der Werbephase in den winterlichen Entspannungsmodus gewechselt. Und wir Mütter… tragen in der winterlichen Trächtigkeit die Ruhe in uns. Der Stress geht erst wieder los, wenn wir mit den Geburten im Frühjahr zu Helikoptermüttern werden. Das ist wie Flöhe hüten. Aufregend, anstregend – aber auch schön. Nur eben anders als jetzt. In der staaden Zeit nehmen wir auch vom Hirtienchen eine Leckerei aus der Hand. Wir sehen sie inzwischen öfters. Sie hilft eifrig mit, damit wir immer leckeres neues Grünzeug grasen können. Jemand hat mal gewitzelt, wir seien „Goldrandschafe“. Wer mal bei uns gewesen ist, der kann das bestimmt verstehen. Während Ihr Euch wegen „Corona“ nicht treffen dürft, genießen wir unsere schöne Herdengröße auf wunderbaren Flächen. Unsere Hirten schätzen die Zeit bei uns auch sehr. „Mittendrin, statt nur dabei“, sagt unsere Hirtin immer. Mitten im Solling, mitten im Leben, hautnah an den Jahreszeiten.

Wir wünschen Euch eine besinnliche Adventszeit. Geht raus in die Natur und bleibt gesund!

winterliche Beweidung mit Ausblick

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Die kommende Generation

Hin und wieder bin ich auch an Schulen unterwegs und gebe weiter, was ich im Laufe von Jahrzehnten lernen durfte. Erst in der zweiten Lebenshälfte wird einem bewusst, was gut und was weniger gut war. Mehr als gut war, dass ich in einem großen Garten aufgewachsen bin. Drinnen war ich kaum. In abgetragenen Klamotten, kaum dass Schulschluss war, fand man mich da draußen. Entweder in Tagträumen unter den großen Bäumen unterwegs oder aber mit Spaten und Harke „bewaffnet“. Denn… da draußen gab es immer was zu tun. Vermutlich das, was für viele Menschen heute „Arbeit“ ist: Unkraut jäten oder Stauden teilen, Rasen mähen oder Kompost umsetzen. Gut. Letzteres fiel wirklich unter die Kategorie Arbeit. Weil wir mit mehreren 100jährigen Bäumen einen Komposthaufen in der Größe eines komfortablen Wohnzimmers hatten. Aber nie… fand ich bessere Erde als jene. Als Kind staunte ich über die riesigen Regenwürmer und unzähligen anderen Insekten, die durchs Sieben aufgescheucht „gerettet“ werden mussten.

Durch meine Kindheit war mir klar… so müssen auch meine Kinder aufwachsen. Eine Tochter davon hat genau wie ich verstanden, dass die Gartenarbeit auch etwas zu tief meditatives hat. Das sie erqickt, unglaublich viele kleine Erlebnisse birgt und sogar Nahrung liefert.

Merke: Wenn Sie Ihre Gärten mit Schotter zukippen… wo sollen Ihre Kinder oder Ihre Enkel toben und herum tollen? Wo sollen sie knackige Gurken und frischen Salat ernten? In welcher Tätigkeit sollen sie ihren Ausgleich finden? Wie sollen sie Biodiversität verstehen? Wenn Sie keinen Garten haben… werden Sie erfinderisch! Fragen Sie, ob sie im Garten der alten Nachbarin oder einen Teil der Grünanlage der Mietpartei entern dürfen. Meine Tochter macht das in ihrem Studium auch so. Ein Garten ist paradoxer Weise etwas, was im Unterhalt nicht viel Geld benötigt. Es gibt Samen zu ernten, Stauden zu teilen, auch Erdbeeren vermehren sich über Ausläufer jedes Jahr beachtlich. Das einzige, was er benötigt ist Zeit. Jene Zeit, die angeblich keiner hat und die eben doch die Wertvollste ist. Jene Zeit, die „erdet“. Nehmen Sie sich diese. Und wenn sie diese mal nicht haben…. ein Garten geht nicht kaputt, wenn er mal unbearbeitet ist. Er verändert sich, passt sich an. Und gerade wenn er etwas wilder, unaufgeräumter ist, bietet er unzähligen Tieren Zuflucht, die wegen Deutscher Schottergärten wohnungslos geworden sind. Trauen Sie sich!

Gönn Dir einen Garten!

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Die schönsten Momente

Die Schäferwoche hat viele tolle Momente. Seitens der Schafe, seitens der Natur und… der Familie.

Zwei Mädels habe ich geboren und eine davon hat jenes „Schafgen“. Das ist, wenn man nicht nur Freude an den Tieren und der Umwelt hat, sondern auch ein Händchen dafür mit beidem umzugehen. Wie „tickt“ ein Schaf und was benötigt, wie entwickelt sich Biodiversität.

Den schönsten Moment dieser Woche haben wir heute an einem Teich erlebt. Beim Abzäunen sauste plötzlich ein Vogel heran und belegte eine Sitzwarte um zu jagen: Ein Eisvogel. Was für Farben!

In unserer Scheeven Schüne haben wir noch ein Schaf begutachtet – ein abgeheilter Kieferabzess bei einem Lamm konnte heute auf die Weide entlassen werden. Endlich kamen wir auch dazu mit Stolz unser diesjähriges Schild an der Scheune anzubringen: Prämierter Zuchtbock aus Niedersachsen.

Nein, Schöneres als mit meiner Tochter auf den Weiden und mit den Tieren unterwegs zu sein… kann ich mir nicht vorstellen 😉

Wir sind anerkannte Stammzucht für Weiße Gehörnte Heidschnucken. Und ja, wir sind stolz darauf 😉
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Ein letzter Gruß aus der Tiefkühltruhe

Es ist schon etwas länger her, dass unser letzter Ziegendeckbock geschlachtet und portioniert in die Tiefkühltruhe wanderte. 2019 war es, um genau zu sein. Ein Paket fand sich noch: Suppenfleisch.

Ab Oktober sind wir bekennende Suppenkasper. Es ist etwas zeitabhängig, wie dabei die Grundlagen in die Truhe gehen: Bei viel Zeit wird vorm Einfrieren jeder Abschnitt und die Knochen gleich ausgekocht. Bauchlappen ect. werden hier aber meist portionsweise abgepackt. Daraus wiederum… erfolgt hier die Suppenherstellung. In den verschiedensten Varianten. Von klassischer Linsensuppe bis Kürbissuppe. Vielleicht sollte ich mal moderner werden und das ganze „bowl“ nennen. Wobei ich doch ganz gern das Geschirr meiner Mutter fülle und darin serviere. Schlicht, weil Kindheitserinnerungen daran hängen.

Hier also die letzte „Ludwig-Suppe“:

Hülsenfrüchteallerlei mit zweierlei Karotten. So lecker. Und für mich als umtriebsame Tierhalterin besonders nett: Der Topf reicht für 2 Tage 😉

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Bestes Essen

Es gibt viele leckere Teilstücke vom Schaf. Dass Lende, sprich Filet, das Beste ist… ist aber wohl unbestritten. Was es übrigens noch etwas „irrer“ macht, wenn ein Metzger Keule, Schulter und Rücken anbietet, aber keine ausgelöste Lende. Natürlich ist die kein „Schnapper“. Aber dafür dem Gaumen ein nachdrücklich in Erinnerung bleibendes Erlebnis.

Einfach Lecker!

Dazu gab es bei uns letztes Gartengemüseallerlei: Eine Karotte, 2 kleine Mangoldpflanzen, ein paar Butterkohlblätter sowie eine Zuckererbse 😉

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Das Thema „Innereien“

Schwierig. Alles schwierig. Vermarkten Sie mal halbe und ganze Tiere. Da geht es doch schon los. Weche Hausfrau schwingt noch routiniert das Messer und beint die Schulter aus? Und wenn es um Leber oder die Nierchen geht… da vermerkt so manche Kundschaft: Bitte nicht.

Warum bloß?

Unsere Gesellschaft ist erschreckend weit von „nose to tail“ weg.

Ergo: Ran ans Messer und los geht´s.

Heute gab es mit Skuddenhack inkl. Nierchen gefüllte Kartoffeln mit Ringelbeete an Quittensenfsoße

regionaler geht es nicht!

Kein Zauberwerk! Niere 2 Stunden wässern. Wasser häufiger wechseln. Danach häuten (geht ganz einfach, nur Mut), Harngänge herausschneiden. Kleinhacken und in unserem Fall kam noch etwas Skuddenhackfleisch dazu. Scharf anbraten…

Wenn man dann regionale Ringelbeete und Kartoffeln hat, fehlt nur noch Sahne und der leckere, hausgemachte Quittensenf zum Glück. Ein Träumchen.

Merke: Gar nicht schwierig. Alles gar nicht schwierig. Man muss sich einfach nur trauen und wird mit super leckerem Essen belohnt.

Gehen Sie weg vom Wasser-gepimpten Packungsfleisch hin zum erlesenen Geschmack!

Die Grundlage – Skudde und Schnucke – kann man bei uns erwerben. Grob zerlegt, so wie der Gesetzgeber es wünscht: Als ganze bzw. halbe Tiere.

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Ist der Bock spät dran, gibt er Gas!

Hat man neue Schafe, empfiehlt sich eine Quarantänezeit. Dumm, wenn sich deswegen die Deckzeit nach hinten verschiebt. Während Skuddenbock Knuth mit quietschrosa Nase, die seine Deckstimmung deutlich zeigte, in der Bockgruppe ausharren musste, hatten die Zibben bis heute einen ruhigen Herbst.

Vorbei.

Kaum fuhr der Hänger mit Knuth vor, trabten alle Mädels den Hang abwärts und sichtliches Erkennen zauberte sich in die Schafgesichter. Aaaaah, Knuth!

Sofort umringten ihn seine Zibben und der erste Deckakt lief schon nach wenigen Sekunden. Gewissenhaft wird er die nächsten Tage für Nachwuchs sorgen. Und auch wenn – wie jedes Jahr – die Herdenleitung in Form von Mina erst einmal die Nase gerümpft hat (der schon wieder!)… am Ende ist auch Mina belegt und beschert uns wunderhübschen Knuth- Nachwuchs.

Knuth ist einer der wenigen Böcke, die 3 Jahre decken dürfen. Normalerweise geht ein Bock nach 2 Jahren aus genetischen Gründen aus der Zucht. Kein Bock sollte seine Töchter decken müssen. Das ist maximal eine einmalige Notlösung. Weil aber ein Jahrgang komplett verkuaft wurde, hat er noch einmal das Glück im Kreislauf des Lebens mitwirken zu dürfen. Und zugegeben… seine Lämmer sind hübsch. Wenn sie nur nicht immer alle weiß wären. 😉 Aber das ist Nörgeln auf hohem Niveau!

Knuth bei der Arbeit. Vorne links: Mina. Geheucheltes Desinteresse 😉
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Skuddenvielfalt

Warum soll ein Schaf in Ihrer Vorstellung nur weiß sein?!

Skudden sind die personifizierte Abwechslung. Für manchen Laien mögen Schafe weiße Wollknäule auf dem Deich oder auch anderen großräumigen Weiden sein. Die Skudden-Realität ist meist eine andere. Von Hobbyhaltern wegen ihrer Anspruchslosigkeit geliebt, von Biotopschäfern wegen ihrer Genügsamkeit geschätzt, weidet die Skudde auch kleine Flächen mit eher geringem Aufwuchs ab. Anstatt weißem Einheitsgewand, kommt die Skudde auch in schwarz oder braun vor. Und um dem Ganzen noch sprichwörtlich die Krönung aufzusetzen, kann sich die Skudde auch mit Hörnern zieren. Mit oder ohne, beides laut Standart erlaubt.

Früher hat man ja aus dem Material „Horn“ auch noch was gemacht. Knöpfe beispielsweise. Heute sind vielen „modernen“ Schafrassen die Hörner „verloren“ gegangen. Sprich in der Zucht wird auf hornlose Tiere selektiert, bis irgendwann dieses Merkmal verschwunden ist. Denn… heutzutage kosten Hörner in der Schlachtung Geld, da Schlachtabfälle nach Gewicht verwogen werden müssen.

Dabei sind gerade Skuddenhörner so herrlich individuell. Weswegen bis heute unsere Skudden Namen tragen und auch unterschieden werden können. Und weswegen die Tiere auch eine Rangordnung haben. Verletzungen untereinander gibt es wegen der Hörner nicht. Skudden sind nicht so grobmotorisch wie Ziegen. Einzig bei den Böcken wird die Rangordnung mit ausgesprochener Leidenschaft ausgetragen.

Wenn Sie also auf der Suche nach der richtigen Schafrasse sind: Für Skudden spricht unendlich viel. Wer Einsteiger ist, findet eine unkomplizierte Anfängervariante. Wer Fortgeschritten ist, schätzt die Vielfalt der Schafe und der Einsatzmöglichkeiten. In der Abgrenzung zu den Schnucken kann man zudem sagen: Skudden sind deutlich leiser als Schnucken 😉

Skudden sind eine gefährdete Nutztierrasse. Wenn Sie sich für diese Rasse entscheiden, fragen Sie bei den Zuchtverbänden nach. Sie gewähren, dass sie reinrassige Tiere bekommen, die auch sicher die Vorzüge der Skudden haben und weiter geben. Und auch wenn Herdbuchzucht kein günstiges Unterfangen ist: Wenn Sie sich züchterisch betätigen wollen, dann gehen Sie bitte diesen Weg um die Rasse dauerhaft zu erhalten. Auch die Generation nach uns möchte noch „besondere“ Schafe erleben und halten können.

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