Was ist ein „Sollingschaf“?!

TrutchenwollebodenlangEin „Solling-Schaf“ ist nicht etwa eine neue Schafrasse, gezogen um den Solling zu beweiden. Für das Solling-Schaf greifen wir auf alte, seltene Nutztierrassen zurück. Diese eint aber ein Merkmal, weswegen der Wanderer oder Interessierte sich ziemlich sicher sein kann, eines unserer Schafe im Solling gesichtet zu haben: Fast alle unsere Weidetiere – auch die Weiblichen – tragen Hörner! Wir halten Weiße Gehörnte Heidschnucken in Herdbuchzucht und Skudden im Vorherdbuch bzw. Herdbuch. Wir sind anerkannte Stammzucht im Landesschafzuchtverband Niedersachsen!

Foto: Robert Schumacher: Weiße Gehörnte Heidschnucke „Trutchen“

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Die schönsten Momente

Die Schäferwoche hat viele tolle Momente. Seitens der Schafe, seitens der Natur und… der Familie.

Zwei Mädels habe ich geboren und eine davon hat jenes „Schafgen“. Das ist, wenn man nicht nur Freude an den Tieren und der Umwelt hat, sondern auch ein Händchen dafür mit beidem umzugehen. Wie „tickt“ ein Schaf und was benötigt, wie entwickelt sich Biodiversität.

Den schönsten Moment dieser Woche haben wir heute an einem Teich erlebt. Beim Abzäunen sauste plötzlich ein Vogel heran und belegte eine Sitzwarte um zu jagen: Ein Eisvogel. Was für Farben!

In unserer Scheeven Schüne haben wir noch ein Schaf begutachtet – ein abgeheilter Kieferabzess bei einem Lamm konnte heute auf die Weide entlassen werden. Endlich kamen wir auch dazu mit Stolz unser diesjähriges Schild an der Scheune anzubringen: Prämierter Zuchtbock aus Niedersachsen.

Nein, Schöneres als mit meiner Tochter auf den Weiden und mit den Tieren unterwegs zu sein… kann ich mir nicht vorstellen 😉

Wir sind anerkannte Stammzucht für Weiße Gehörnte Heidschnucken. Und ja, wir sind stolz darauf 😉
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Ein letzter Gruß aus der Tiefkühltruhe

Es ist schon etwas länger her, dass unser letzter Ziegendeckbock geschlachtet und portioniert in die Tiefkühltruhe wanderte. 2019 war es, um genau zu sein. Ein Paket fand sich noch: Suppenfleisch.

Ab Oktober sind wir bekennende Suppenkasper. Es ist etwas zeitabhängig, wie dabei die Grundlagen in die Truhe gehen: Bei viel Zeit wird vorm Einfrieren jeder Abschnitt und die Knochen gleich ausgekocht. Bauchlappen ect. werden hier aber meist portionsweise abgepackt. Daraus wiederum… erfolgt hier die Suppenherstellung. In den verschiedensten Varianten. Von klassischer Linsensuppe bis Kürbissuppe. Vielleicht sollte ich mal moderner werden und das ganze „bowl“ nennen. Wobei ich doch ganz gern das Geschirr meiner Mutter fülle und darin serviere. Schlicht, weil Kindheitserinnerungen daran hängen.

Hier also die letzte „Ludwig-Suppe“:

Hülsenfrüchteallerlei mit zweierlei Karotten. So lecker. Und für mich als umtriebsame Tierhalterin besonders nett: Der Topf reicht für 2 Tage 😉

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Bestes Essen

Es gibt viele leckere Teilstücke vom Schaf. Dass Lende, sprich Filet, das Beste ist… ist aber wohl unbestritten. Was es übrigens noch etwas „irrer“ macht, wenn ein Metzger Keule, Schulter und Rücken anbietet, aber keine ausgelöste Lende. Natürlich ist die kein „Schnapper“. Aber dafür dem Gaumen ein nachdrücklich in Erinnerung bleibendes Erlebnis.

Einfach Lecker!

Dazu gab es bei uns letztes Gartengemüseallerlei: Eine Karotte, 2 kleine Mangoldpflanzen, ein paar Butterkohlblätter sowie eine Zuckererbse 😉

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Das Thema „Innereien“

Schwierig. Alles schwierig. Vermarkten Sie mal halbe und ganze Tiere. Da geht es doch schon los. Weche Hausfrau schwingt noch routiniert das Messer und beint die Schulter aus? Und wenn es um Leber oder die Nierchen geht… da vermerkt so manche Kundschaft: Bitte nicht.

Warum bloß?

Unsere Gesellschaft ist erschreckend weit von „nose to tail“ weg.

Ergo: Ran ans Messer und los geht´s.

Heute gab es mit Skuddenhack inkl. Nierchen gefüllte Kartoffeln mit Ringelbeete an Quittensenfsoße

regionaler geht es nicht!

Kein Zauberwerk! Niere 2 Stunden wässern. Wasser häufiger wechseln. Danach häuten (geht ganz einfach, nur Mut), Harngänge herausschneiden. Kleinhacken und in unserem Fall kam noch etwas Skuddenhackfleisch dazu. Scharf anbraten…

Wenn man dann regionale Ringelbeete und Kartoffeln hat, fehlt nur noch Sahne und der leckere, hausgemachte Quittensenf zum Glück. Ein Träumchen.

Merke: Gar nicht schwierig. Alles gar nicht schwierig. Man muss sich einfach nur trauen und wird mit super leckerem Essen belohnt.

Gehen Sie weg vom Wasser-gepimpten Packungsfleisch hin zum erlesenen Geschmack!

Die Grundlage – Skudde und Schnucke – kann man bei uns erwerben. Grob zerlegt, so wie der Gesetzgeber es wünscht: Als ganze bzw. halbe Tiere.

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Ist der Bock spät dran, gibt er Gas!

Hat man neue Schafe, empfiehlt sich eine Quarantänezeit. Dumm, wenn sich deswegen die Deckzeit nach hinten verschiebt. Während Skuddenbock Knuth mit quietschrosa Nase, die seine Deckstimmung deutlich zeigte, in der Bockgruppe ausharren musste, hatten die Zibben bis heute einen ruhigen Herbst.

Vorbei.

Kaum fuhr der Hänger mit Knuth vor, trabten alle Mädels den Hang abwärts und sichtliches Erkennen zauberte sich in die Schafgesichter. Aaaaah, Knuth!

Sofort umringten ihn seine Zibben und der erste Deckakt lief schon nach wenigen Sekunden. Gewissenhaft wird er die nächsten Tage für Nachwuchs sorgen. Und auch wenn – wie jedes Jahr – die Herdenleitung in Form von Mina erst einmal die Nase gerümpft hat (der schon wieder!)… am Ende ist auch Mina belegt und beschert uns wunderhübschen Knuth- Nachwuchs.

Knuth ist einer der wenigen Böcke, die 3 Jahre decken dürfen. Normalerweise geht ein Bock nach 2 Jahren aus genetischen Gründen aus der Zucht. Kein Bock sollte seine Töchter decken müssen. Das ist maximal eine einmalige Notlösung. Weil aber ein Jahrgang komplett verkuaft wurde, hat er noch einmal das Glück im Kreislauf des Lebens mitwirken zu dürfen. Und zugegeben… seine Lämmer sind hübsch. Wenn sie nur nicht immer alle weiß wären. 😉 Aber das ist Nörgeln auf hohem Niveau!

Knuth bei der Arbeit. Vorne links: Mina. Geheucheltes Desinteresse 😉
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Skuddenvielfalt

Warum soll ein Schaf in Ihrer Vorstellung nur weiß sein?!

Skudden sind die personifizierte Abwechslung. Für manchen Laien mögen Schafe weiße Wollknäule auf dem Deich oder auch anderen großräumigen Weiden sein. Die Skudden-Realität ist meist eine andere. Von Hobbyhaltern wegen ihrer Anspruchslosigkeit geliebt, von Biotopschäfern wegen ihrer Genügsamkeit geschätzt, weidet die Skudde auch kleine Flächen mit eher geringem Aufwuchs ab. Anstatt weißem Einheitsgewand, kommt die Skudde auch in schwarz oder braun vor. Und um dem Ganzen noch sprichwörtlich die Krönung aufzusetzen, kann sich die Skudde auch mit Hörnern zieren. Mit oder ohne, beides laut Standart erlaubt.

Früher hat man ja aus dem Material „Horn“ auch noch was gemacht. Knöpfe beispielsweise. Heute sind vielen „modernen“ Schafrassen die Hörner „verloren“ gegangen. Sprich in der Zucht wird auf hornlose Tiere selektiert, bis irgendwann dieses Merkmal verschwunden ist. Denn… heutzutage kosten Hörner in der Schlachtung Geld, da Schlachtabfälle nach Gewicht verwogen werden müssen.

Dabei sind gerade Skuddenhörner so herrlich individuell. Weswegen bis heute unsere Skudden Namen tragen und auch unterschieden werden können. Und weswegen die Tiere auch eine Rangordnung haben. Verletzungen untereinander gibt es wegen der Hörner nicht. Skudden sind nicht so grobmotorisch wie Ziegen. Einzig bei den Böcken wird die Rangordnung mit ausgesprochener Leidenschaft ausgetragen.

Wenn Sie also auf der Suche nach der richtigen Schafrasse sind: Für Skudden spricht unendlich viel. Wer Einsteiger ist, findet eine unkomplizierte Anfängervariante. Wer Fortgeschritten ist, schätzt die Vielfalt der Schafe und der Einsatzmöglichkeiten. In der Abgrenzung zu den Schnucken kann man zudem sagen: Skudden sind deutlich leiser als Schnucken 😉

Skudden sind eine gefährdete Nutztierrasse. Wenn Sie sich für diese Rasse entscheiden, fragen Sie bei den Zuchtverbänden nach. Sie gewähren, dass sie reinrassige Tiere bekommen, die auch sicher die Vorzüge der Skudden haben und weiter geben. Und auch wenn Herdbuchzucht kein günstiges Unterfangen ist: Wenn Sie sich züchterisch betätigen wollen, dann gehen Sie bitte diesen Weg um die Rasse dauerhaft zu erhalten. Auch die Generation nach uns möchte noch „besondere“ Schafe erleben und halten können.

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Das Leben ist bunt: Meda

Der erfahrene Schafhalter wird hier die Stirn runzeln: Das Schaf sieht merkwürdig aus! Das Gesicht ist irgendwie weiblich, die Hörner sagen hier aber etwas anderes. Medea ist ein Beispiel für die Vielfalt des Lebens. Medea ist ein Zwitter. Da Medea ein Zusatzflaschenlamm war (Bericht des winzigen Drillings weiter unten), können wir uns schlecht von diesem besonderen Schäfchen trennen. Auch wenn es für die Herdbuchzucht keinerlei Nutzen hat. Nutzen ist etwas Relatives. Medea ist ein lebenslustiges Schäfchen, das die Passanten zum grübeln bringt. Hängt am Zaun der Seniorinnen und Jungzibbengruppe doch ein Schild, das bockfreie Zeit verkündet. Da Medea aber keinen Deckakt vollziehen kann, bereichert unser Zwitter diese Gruppe durch Individualität und Lebensfreude.

Jedes Jahr gibt es irgendeine Auswahl unter den Lämmern, die scheinbar keiner Logik folgt, sonder das Herz sprechen lässt. Lustigerweise hat sich im Nachhinein immer heraus gestellt, dass diese Wahl ihren Sinn hatte. Weil aus einem hässlichen Entlein ein stolzer Bock wurde oder genau so ein Schäfchen irgendwo dringend gesucht wurde ect. Medea „dient“ auf jeden Fall dem morgendlichen Lächeln. Wunderschöne Mähne, ein Gehörn, das manchen Jungbock vor Neid erblassen lassen könnte… und ein schönes Beispiel dafür, dass unser Leben etwas bunter ist als andere.

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20 Stunden ohne wenn und aber

Um eine Nebenerwerbslandwirtschaft haben zu können, benötigt es einen Hauptberuf. Andernfalls läge der berufliche Schwerpunkt in der Landwirtschaft. Das ist erst einmal logisch. Der Gesetzgeber macht das aber nicht etwa am monetären „Untermstrichergebnis“ fest, sondern an der Stundenzahl. Das ist gewissermaßen ein Paradoxon. Aber was hilft´s: Der Gesetzgeber verlangt 20 Stunden Beruf neben der Landwirtschaft. Andernfalls werden landwirtschaftliche Krankenkassen- und Rentenbeiträge fällig, die mindestens unsere Schäferei nicht hergibt. Also egal was man sonst verdient und wie die Rentenvorsorge aussieht: 20 Stunden in der Woche sind zu leisten.

Das klappt im Sommerhalbjahr ja ganz praktikabel. Das Tageslicht lässt das zu. Bis… schließlich der Oktober kommt. Und dann geht der Irrsinn wieder los. Der Gesetzgeber lässt unberücksichtigt, dass ein Arbeitsweg Zeit kostet und eine betrieblich bedingte 2 stündige Mittagspause nicht für Arbeiten in der Landwirtschaft genutzt werden kann. Was bleibt denn dann für den eigenen Betrieb? Gerüchteweise ist der Spruch „Der Tag hat 24 Stunden und notfalls nehmen wir die Nacht dazu“ in der Bundewehr entstanden. Er hätte aber auch hier bei uns seinen Ursprung finden können: Denn… ab Oktober ist es hier Volkssport nachts mit Stirnlampe zäunend im Gelände herum zu kraxeln. Dass das nicht ungefährlich ist… ja mei, wenn es der Gesetzgeber so will, dann ist das eben so. Dass man als Angestellter in einem sogenannten „systemrelevanten“ Beruf auch Dienste absolviert, die da stundentechnisch nicht erfasst werden… also warum soll es uns da anders ergehen, als beispielsweise den pflegerischen Berufen?! In Krisenzeiten erinnert man sich an diese Fachkräfte, danach zuckt der Gesetzgeber munter die Schultern und handelt nach dem Motto: Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht. Also lauf gefälligst los.

Also liebe Jägerschaft: Kruschtelt die Schäferin nachts auf der Weide, so ist sie nicht etwa das Modell „Eule“ oder kann gerade nicht schlafen. Sie muss nur leider das Tagwerk in die Nacht verlegen.

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Richtig alte Schafe

Wenn Schafe aus der Zucht fallen, landen sie normalerweise in der Wurst. Bei uns ist das anders. Hier bekommt man dann den Job „Erzieherin“ und geht ohne Bock, dafür aber mit quirligen Jungzibben durch den Winter. In dieser Rentnerinnengruppe stehen sogar 12 jährige, die den Herbst-Gesundheitscheck absolviert haben und somit die Freigabe für eine weitere Saison bekommen haben.

Nun hat ein Altschaf natürlich eine andere Statur, als ein Schaf in der Blüte seines Lebens. Das ist beim Menschen ja auch nicht anders. Die Muskulatur atrophiert und Zähne sind Mangelware. Letzteres bedingt, dass man in diese Gruppe nur Einzug halten darf, wenn man handzahm ist. Das sind alle unsere Rentnerinnen. Das führt dazu, dass man sich täglich seinen Seniorenteller aus der Hand holen kann. Und so kann man seinen Lebensabend unter aufmerksamer Beobachtung der Schäfer genießen. Dass sie das tun, kann jeder sehen, der sich etwas Zeit nimmt die Gruppe zu beobachten. Also wenn sie Sollingschafe mit der typischen Delle der Altschafe sehen – dann gönnen sie den alten Damen ihre deckfreie Lebenszeit. Wir ziehen den imaginären Hut vor ihnen. Haben sie doch teilweise bis zu 14 Lämmer geboren und auch erfolgreich aufgezogen.

Links: Afrodithe, rechts in schwarz Pauline – beide 12 jährig
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Solling-Schäferei übernimmt Herdbuchskudden

Manchmal passt es einfach nicht mehr: Zu wenig Heu wegen Trockenheit, Schwerpunktverlagerung, mangelnde Wirtschaftlichkeit und der wachsende Arbeitsaufwand mit sich vergrößernder Herde. Dankbar macht, wenn der Entschluss zur Verkleinerung nicht nur den Schlachter als Lösung vorsieht, sondern ein Fortbestand der Tiere und damit des Genpools das bevorzugte Ziel darstellen.

Heute war es so weit: 11 Herdbuchtiere haben den Besitzer gewechselt und sind zu uns in den Solling gezogen. Horträger und Hornlose hier vereint. Genetisch liegt hier die Priorität auf den Erhalt. Hörner… bekommen wir im Laufe der Jahre schon wieder in den Nachwuchs, das hat die Vergangenheit gezeigt. Die wenigsten Hornlosen sind reinerbig hornlos.

11 mal genetische Unterstützung für unsere Skuddenherde

Der derzeitige Stand: 16 Bestandszuchttiere und 5 neue Zuchttiere: Macht eine Zuchtgruppenstärke von 21 Muttern. Der Rest… ist die Zukunft von morgen: 6 neue Jungzibben, 4 horntragende Jungzibben aus unserer Zucht und eine Hornlose, die aus sozial taktischen Gründen bleibt. Man kann sich hier auch ohne Horn seine Dauerkarte lösen 😉

Knuth… wird begeistert sein. Leider ist sein Nachwuchs konsequent weiß. Sein genetisches Strickmuster lässt nichts anderes zu. So what. Er bringt hübsche Lämmer. Der nächste Bock heißt entweder Bruno (braun) oder Hannibal (schwarz). Beide Mähphistosöhne sind schon bei uns. Unsere Skuddenzucht steht auf einer genetisch breiten Basis – auch Dank des Entschlusses der Abgabefamilie ihre Skudden zu uns ziehen zu lassen. Wir sagen vielen Dank!

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