Was ist ein „Sollingschaf“?!

TrutchenwollebodenlangEin „Solling-Schaf“ ist nicht etwa eine neue Schafrasse, gezogen um den Solling zu beweiden. Für das Solling-Schaf greifen wir auf alte, seltene Nutztierrassen zurück. Diese eint aber ein Merkmal, weswegen der Wanderer oder Interessierte sich ziemlich sicher sein kann, eines unserer Schafe im Solling gesichtet zu haben: Fast alle unsere Weidetiere – auch die Weiblichen – tragen Hörner! Wir halten Weiße Gehörnte Heidschnucken in Herdbuchzucht und Skudden im Vorherdbuch bzw. Herdbuch. Wir sind anerkannte Stammzucht im Landesschafzuchtverband Niedersachsen!

Foto: Robert Schumacher: Weiße Gehörnte Heidschnucke „Trutchen“

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Die Schaf- und Ziegeprämie – oder… wie wir doch nicht reich wurden

Das klingt doch traumhaft! Pro Kopf in der Herde gibt es 33 Euro. Ah so? Wer sich mit Förderungen auskennt, sucht mal gleich nach den Haken. Die hat es natürlich, wen wundert das. Mich nicht.

33 Euro wenn das Tier über 9 Monate alt und im Bestand von April bis Oktober war.

Ah! Also das, was Geld kostet, nämlich die Zucht, geht da leer aus. Nicht nur, dass die arbeitsintensiven Lämmer da nicht berücksichtigt sind. Nein, das bedeutet, das man mich für jedes erwachsene Tier straft, das ich unterm Jahr verkaufen konnte.

Das führt jetzt zu etwas ethisch durchaus Gutem -was wir tatsächlich auch schon länger pflegen: Rentnerinnen und Bockgruppe. Ist man aus der Zucht ausgeschieden oder war man für selbige nicht gut genug, kann das sentimentale Schäferherz fortan getrost weich werden und seine zahnlosen Wollies durchs Jahr ziehen. Diese Tiere sind Prämienfähig. Auch nicht verkaufte Bocklämmer können neuerdings ab einem gewissen Alter auf Gnadenbrot hoffen. Die Zucht der WGH bekommt eine Förderung. Die kleinen Skudden gehen wieder mal leer aus.

Unser WGH Bock Statlig und Skuddenbock Knuth wollten eigentlich in eine neue Herde???

Also Verkaufspreis plus 33 Eur? Äh, also so ganz zuende gedacht… nicht wirklich. Ich schrieb es schon einmal: Schafzucht ist teuer. Gute Böcke kosten gutes Geld. Herdbuchzucht… meine Güte! Und dann fehlt schlicht der Absatz, weil der Deutsche lieber das billige Lammfleisch aus Neuseeland probiert und sich wundert, wenn das eingefroren über den Globus geschippert und wieder aufgetaute Fleisch ihm nicht mundet. Lamm??? Pfui Spinne. Die echten Kenner lachen sich darüber scheckig und wissen die lokale Delikatesse zu schätzen. Das sind nur leider viel zu wenig. Der logische Schluß vieler Schäfereien ist somit: Reproduktion nur noch in so weit, als dass der eigene Bestand gehalten werden kann, den man für die Landschaftspflege benötigt. Nicht reproduzierende Schafe aber… sind der Anfang vom Ende!

Wir sind unbelehrbar. Knuth und Statlig dürfen raus. Und wir lassen im Oktober je 20 Muttern beider Rassen belegen. Ich halte es mit Luther: Und wenn die Erde morgen untergeht, pflanze ich heute doch noch den Apfelbaum.

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Skuddenbock Knuth sucht neuen Wirkungskreis

Unser gekörter Skuddenbock Knuth sucht eine neue Herde. Sage und schreibe 3 Jahre durfte er hier decken – nur möglich, weil ein weiblicher Jahrgang von ihm komplett verkauft wurde. Sonst haben unsere Deckböcke nach 2 Jahren ausgedient und wechseln dauerhaft in die Bockgruppe oder brechen auf zu neuen Ufern 😉

Knuth ist ein total netter Bock, bei dem man problemlos auch mit Familie in der Deckzeit auf die Fläche gehen konnte. Wird er weiter nicht mit Leckereien verwöhnt (so verdirbt man Böcke), wird er mutmaßlich auch weiterhin ein freundlicher und ruhiger, typischer Skuddenbock bleiben. Wie man sieht, nimmt er die Anwesenheit von Bocklämmern sehr gelassen hin. Unter unseren WGH Böcken leidet er etwas – dulden die doch keine Herrscher neben sich. Und er ist natürlich als Skudde um einiges kleiner.

Für eine Skudde ist er sehr schön entwickelt und so waren auch seine Lämmer. Wenn man an Knuth überhaupt etwas zu kriteln hat – dann das er reinerbig weiß ist. Er vererbt mit und ohne Horn, je nach Gegenpol Zibben.

Auf Anfrage senden wir die Ahnentafel. 200 € sind unsere Preisvorstellung.

Wir bitten um Angebote wie: 100 € und der Bock ist weg, ab. Knuth muss wie alle unsere ehemaligen Deckböcke nicht weg. Ihm droht auch kein Schicksal „Wurst“. Umgängliche Veteranen haben hier ihr problemloses Auskommen in der Bockgruppe, die wir in der Landschaftspflege sehr schätzen. Sie schälen Buschwerk nicht nur, sondern „fegen“ auch.

Besichtigung nach Absprache selbstverständlich möglich. Auch den Nachwuchs kann man sich sehr gerne ansehen.

Knuths Nachfolger Bruno ist bereits im Bestand. Daher ist ein Tausch nur im Ausnahmefall (völlige Outcross.Linie) denkbar.

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Exkursion am Sonntag, 22. August 2021 in den Solling zu den Arche Passagieren

Skudde und Weiße Gehörnte Heidschnucke

Sabine Zwolinski führt am kommenden Sonntag, 22. August, ab 10.00 Uhr für Slow Food eine Exkursion durch ein idyllisches Wiesental im Solling bei Sievershausen „Dunkle Wälder, lichtdurchflutete Täler… ein Schatz vor der eigenen Haustür“ lautet der Titel. In dem Tal, in dem die Weidetierhaltung als Pflegekonzept im Vordergrund steht, haben sich unzählige Wiesenblumen erhalten können. Viele sind klein und auf dem ersten Blick unscheinbar – doch es lohnt, den Blick zu schärfen für die blütenreichen Wiesen des Sollings, sind doch beispielsweise mit vielen einheimischen Pflanzen zahlreiche Insekten eng verbunden, die nur sehr begrenzt von gut gemeinten Blühstreifen profitieren könnten. Der spannende Blick in die ökologischen Zusammenhänge erfolgt auf einer Rundwanderung, die auch für Kinderwagen und mäßig fitte Personen geeignet ist. Lämmer und Mütter der vom Aussterben bedrohten Schafrasse Weiße Gehörnte Heidschnucke beweiden derzeit Flächen in diesem Tal, in dem es auch ein Borstgrasrasenrelikt zu entdecken gibt. Die Schäferin Sabine Zwolinski weist darauf hin, dass aufgrund von Corona-Auflagen die TeilnehmerInnenzahl begrenzt ist. Eine Anmeldung mit Namen und Adresse unter info@sollingschaf.de ist erforderlich. Der genaue Exkursionstreffpunkt wird nach der Anmeldung bekannt gegeben. Die Exkursion dauert etwa zweieinhalb Stunden.

Weitere Infos:

https://www.slowfood.de/was-wir-tun/arche_des_geschmacks

https://www.slowfood.de/was-wir-tun/arche_des_geschmacks/die_arche_passagiere/weissegehoernteheidschnucke

https://www.slowfood.de/was-wir-tun/arche_des_geschmacks/die_arche_passagiere/skudde

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Gelungener Ferienprogrammtermin „mit der Schäferei unterwegs“

Gute Laune ist gegeben, wenn Schafe und Jugendliche zusammen treffen. Reichlich Bewegung an der frischen Luft, lustige Lämmer und spannende Geschichten aus dem Alltag der Schäferei sind ein Garant dafür. Ganz nebenbei kann man dabei Zusammenhänge über Arten- und Klimaschutz lernen. Seit einigen Jahren schon bot die Schäferei Sollingschaf Jugendlichen zum Zukunftstag die Möglichkeit in den Betrieb und die Schafhaltung hinein zu schnuppern. Zuletzt fiel dies bedauernswerter Weise wegen Corona aus. „Dabei ist die Bildungsarbeit ungemein wichtig“, meint Sabine Zwolinski, die als NABU Vorsitzende auch stets den Blick auf die ökologischen Zusammenhänge zu vermitteln suchte. Nur wenn die ökologischen Zusammenhänge von Beweidung und Ökologie verstanden werden, wird die kostenintensive Weidetierhaltung erhalten bleiben. Arten gingen eben nicht nur durch Zerstörung tropischen Regenwaldes verloren, sondern auch klamm heimlich still und leise quasi vor der eigenen Haustür. Kulturlandschaft braucht traditionelle Bewirtschaftung. Auf der besuchten Streuobstwiese tummelten sich unzählige Insekten auf z.T. inzwischen selten gewordenen Pflanzen. Wie bedroht dieser Schatz jedoch ist, war leicht zu erkennen. Die Wiese ist erst wenige Jahre wieder in Nutzung. Der Adlerfarn wird in mühevoller Arbeit zurückgedrängt. Die Bäume sind teilweise Jahrzehnte nicht geschnitten worden. Sie stecken in einem durchaus sinnvollem Baumschutz, der die Bäume aber mittlerweile im Wachstum behindert. Hier legten die Jugendlichen gleich Hand an und öffneten die Gitter. Bei älteren Bäumen wurde der Baumschutz entfernt, bei Jüngeren die Bäume im Stammbereich gepflegt und danach wieder sorgsam mit dem Gitter geschützt.

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Die Streuobstwiese wird derzeit mit der Lammbockgruppe der Schäferei beweidet. 2 ehemalige Flaschenlämmer ließen sich streicheln – und standen als Anschauungsobjekte zur Verfügung. Der Klauenschnitt konnte so direkt gezeigt werden.

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Auch das Thema Schur wurde angesprochen. Für die Schäferei ist in normalen Jahren allein schon die Wollmenge ein Problem. Auf dem Wollmarkt ist weder Schnucken- noch Skuddenwolle verkäuflich. Dieses Jahr lief der Absatz als Schneckenschutz für den Garten jedoch sehr gut. Schnell war auch erklärt, warum die Schäferei auf alte, vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen setzt. Bei den teilweise sehr mageren Flächen finden diese kleineren Schafe immer noch ihr Auskommen. Um die Rassen zu erhalten, müssten indes auch Lämmer geboren werden. Der Absatz an Fleisch ist indes gering. Die Jugendlichen konnten in einem einfachen Experiment verstehen, warum Schafe für die Ausbreitung und die genetische Varianz von Pflanzen sorgen: Ein reifer Samenstand eines Doldengewächses wurde an der Wolle von Flaschenlamm Linus entlang gestreift. Prompt hakten sich die Samen in das Wollvlies. „Irgendwann fallen die Samen wieder ab. So tragen wir gewissermaßen die Pflanzen auf unseren Flächen von A nach B“, erklärt Sabine Zwolinski.

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Auch wenn Frau Zwolinksi im Herbst den Vorsitz des NABU Dassel-Einbeck abgibt, so sei ihr Jugendarbeit doch immer eine Herzensangelegenheit gewesen. Da der einhellige Wunsch nach einem Folgetermin in den Herbstferien bestand, wird sie wieder einen Termin anbieten.

Edit: Da die Herbstferien nach der JHV sind, wird unsere Schäferei dann erstmalig als Veranstalter fungieren…

 

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Skuddenlämmer aus Herdbuchzucht abzugeben

Mit oder ohne Horn in elegantem weiß 😉

Skudden sind gewissermaßen die Alleskönner. Landschaftspflege, große Gärten, Gruppen ab 5 und große Herden. Gesund, robust – die idealen Anfängerschafe und auch die Fortgeschrittenen wissen die einmaligen Eigenschaften dieser ursprünglichen Schafrasse zu schätzen. Leichtlammig, beste Muttereigenschaften… auch nach all den Jahren kann ich nur schwärmen. Negatives fällt mir auch bei ganz langem Grübeln nicht ein 😉

Gerne können Sie die Herde nach Absprache besichtigen. Auch die Bockgruppe, in der der Vater steht. Der wäre ab diesem Jahr übrigens verkäuflich, da er aus genetischen Gründen nicht erneut decken darf. Seine beiden Nachfolger sind bereits im Bestand. Bevor hier der „Basar“ losgeht: Knuth kann hier auch alt werden. Fragen wie: Letzter Preis? Du Schaf, ich schächten? werden hier gar nicht beantwortet. Wir haben eine stabile große Bockgruppe, in der auch unsere Veteranen in Würde altern können. Natürlich verwerten wir auch. Lämmer ab Herbst. Und Alttiere erst, wenn man sieht, dass der Zustand eine eindeutige Richtung aufweist. Bei uns laufen noch fitte 13 Jährige mit. Was fit ist, läuft mit…. die Flächen wollen schließlich gepflegt werden.

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Weiße Gehörnte Heidschnucken weibliche Lämmer aus Herdbuchzucht abzugeben

Es ist so weit: Unsere diesjährigen Schnuckenmädels sind alt genug um abgesetzt zu werden. Damit können sie in neue Einsatzgebiete ziehen.

Für wen oder was sind sie geeignet:

Schnucken sind bestens geeignet für die Landschaftspflege. Sie ziehen willig und fühlen sich auf weitläufigen Biotopflächen am wohlsten. Dadurch, dass unsere Schnucken Hornträger sind, leisten sie doppelt gute Arbeit bei der Gehölzrückdrängung: Verbiss und „Fegen“ erledigt dauerhaft jeden Aufwuchs.

Was mögen sie nicht: Enge Koppelungen beispielsweise um Gärten zu pflegen. Hier stellen Schnucken flott ihre Sprungfedern an und sorgen für Ärgernisse. Schnucken sind durchaus stimmgewaltig. Also nein, sie blöken nicht ständig, aber wenn die Schäfer ankommen, dann ist das BLÖKEN schon lautstark. Auch das kümmert in der Biotoppflege nicht – in einer Wohnsiedlung aber führt das zu Stress.

Das Handling: Schnucken auf den Po setzen um die Klauen ect. zu pflegen ist aufgrund des eingebauten Henkels eher kein Problem. Sie sind dann auch zu allermeist sehr geduldig und verfallen im Sitzen in eine Art Genussstarre. Böcke: Sollte man immer als Herausforderung sehen. Das ist nichts, was man mit kleinen Kindern mal eben pflegt. Es gibt auch bei den WGH sehr umgängliche Böcke. Aber auch einen guten Teil, der mit Vorsicht zu genießen ist. Böcke pflegt man besser zu zweit. Also man sägt ja auch keinen Baum alleine um. Einer muss Hilfe holen können, wenn der Baum sich plötzlich anders legt als erwartet. Und so ist das bei Böcken auch. Zudem… persönlich empfinden wir die Böcke als lange Hemden. Wer rückenfreundlich im sitzen arbeitet, der ist dankbar wenn die hinteren Klauen mal eben angereicht werden 😉 Auch ich als eher kleinere Frau konnte aber unseren wüstesten Bock bequem mit dem Hänger umstellen. Wege findet man, wenn man WGH halten will 😉 Man sollte nur vorher wissen, worauf man sich einlässt.

Was kosten sie…

Unsere Schnucken stammen aus Herdbuchzucht. Das ist schlichtweg ein teures Unterfangen. Die Lämmer sind herdbuchfähig. Sie müssen Ihrerseits in dem entsprechenden Alter vom LSV bewertet werden. Das geht in den jetzigen Alter noch gar nicht. Ebenso brauchen die Tiere einen Gentest auf Scrapie (übrigens nicht, weil die Rasse damit Probleme hätte). Unsere Muttern sind G1, G2 und auch 2 mal G3 Muttern. Der Bock ist G1. Sie merken schon… Herdbuch ist ein Kostentreiber. Und deswegen macht es unsererseits keinen Sinn Lämmer unter 100 € abzugeben. Also so nach dem Motto: Ich nehme alle und jetzt „machen sie mal einen guten Preis“ – ist schlicht unattraktiv für uns. Dann bleiben die Lämmer bei uns. Man kann sie nicht stapeln?! Nein, aber essen. Und man kann auch den aktiven Zuchtbestand etwas reduzieren und dafür mehr adulte Tiere „rumlaufen“ lassen. Das wird angesichts der geplanten Weidetierprämie auch Ziel sein. Die gibt es nämlich erst für Tiere eines gewissen Alters. Also nein, wir sind nicht auf einem Basar. Unsere Lämmer kosten 100 €. Punkt.

Sie wollen Lämmer zum Essen? Dann sind sie zu früh dran 😉 Verwertet wird ab Oktober. Dann kann man bei uns halbe oder ganze Lämmer bestellen…

Und nein… es wird hier nicht geschächtet und auch nicht auf dem Hinterhof abgestochen. Meine Freundlichkeit ist auf einem Kleinanzeigenportal nur mit „freundlich“ angegeben. Das liegt schlicht daran, dass einige die Anzeige nicht zuende lesen. Da ist eindeutig geschrieben: Nicht zur Schlachtung! Weil… unsere Skuddenlämmer würden jetzt beispielsweise komfortabel am Stück in einen Bräter passen, so klein sind die. Völliger Irrsinn. Unsere Lämmer genießen mehr als ein halbes Jahr Wind und Wetter. In dieser Zeit wachsen sie zur Schlachtreife. Die Verwertungsphase geht dann bis zum Alter von einem Jahr (bei den Skudden auch etwas länger) … das bedingt natürlich auch, dass die Letztjährigen schon vewertet sind. Also nein, derzeit sind keine Schlachttiere verfügbar

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Arnika im Solling

Never say where…

So ganz einfach ist das mit „der Arnika“ nicht. Markieren darf mansie nicht, sonst schlägt wieder der Vandalismus zu. Sie braucht aber Kontrolle. Also wenn ich im Frühjahr ratlos über eine immer gleiche Ecke einer Weide rumsuche… dann suche ich dieses Exemplar. Es hat sich etabliert – aber eben auch nur, weil die Bedingungen stimmen. Beweidung auf einer nährstoffarmen Fläche. Mit Sonne, aber auch feucht… Ansprüche hat sie. Weidegiftig wäre sie auch – das interessiert uns aber herzlich wenig, da die Schafe fein säuberlich drumherum fressen. Manch einer nöhlt ja, dass Schafe selektiv fressen. Also ich finde das ziemlich schlau von den Wollies. Unerhört ist aber, wenn ich auf Kontrolle bin und eine Schnecke vorfinde, wie sie auf frischer Tat 2 Blütenstängel abgefressen hat. Da schlägt´s 13! Erste Hilfe: Drumherum mähen, Schnittgut abrechen – dann sind ersteinmal die feuchten Verstecke für die Schnecken futsch. Und hernach kommt das, was dieses Frühjahr in Gartenzeitschriften geschildert wurde: Schneckenschutz aus Wollvlies. Was im Garten um unsere Zucchinis funktioniert, kann draußen bei der Arnika nicht schaden 😉

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Die Schur-Party

Ohne Helfer geht es nicht mehr. Körperlich bei uns nicht mehr und überhaupt wegen der Anzahl Tiere nicht mehr. Wie gut wenn man Freunde hat! Lieben Dank an Marion und Linda – die neben tatkräftiger Hilfe auch die Fotos geschossen haben. Töchterchen ist heute über sich selbst hinaus gewachsen. Wer überlegt Schäferin zu werden, der muss schließlich auch Böcke handeln. Auch wenn man aus Erfahrung bereits weiß, was die für Schäden anrichten können. Es hilft nichts, auch die müssen raus aus der Wolle. Unsere jetzige Bockcrew ist übrigens ausgesprochen angenehm…

Keine Frage, Lena wird am nächsten Tag grün und blau gewesen sein. Was übrigens weniger an den Böcken lag, sondern an den Jungzibben. Jungzibben kennen die Schur noch nicht, da probt man den Aufstand. Doch Lena lässt niemals los. Wen sie hat, der kann maximal versuchen sie hinter sich her zu schleifen. Aber loslassen… never.

Star des Tages war aber auch in diesem Jahr Karo, die routiniert die Schäfchen ausgezogen hat. Die geduldig hingegossenen Schnucken genauso wie die quirligen Skudden, für die Stillsitzen irgendwie unerträglich ist.

Wir sagen ein herzliches Dankeschön und nächstes Jahr… öhm… ist dann eine Gruppe vielleicht doch mal aufgestallt. Es täten aber mit den Lämmern im Sommer gar nicht alle auf einmal hinein passen. Ich fürchte somit… etwas anstrengende Kunden bleiben wir. Aber nicht jedes Jahr ist so bescheidenes Wetter. Wegen des ganzen Regens waren nur ca. 10 Schafe vorneweg geschoren. Da geht sonst einiges mehr….

Mittlerweile sind die Rebellen (4 waren am Schurtag nicht zu überreden) fast alle gecatched und ausgezogen worden. Kurzfristig ist es jetzt fast ruhig zu nennen. Aber demnächst lassen wir es krachen: Die Böcke gehen ins NSG in den Landkreis Göttingen und die Schnuckenherde wird eine NLF Fläche entern. Premiere, weil wir dort sonst mit Kleingruppen gearbeitet haben. Man wächst an seinen Aufgaben – respektive: Mit Lenas Mithilfe ist vieles möglich, was sonst aussichtslos wäre 😉

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Tabuthema Depression

Was für ein Thema! Wie vielschichtig, wie weit verbreitet – und wie totgeschwiegen.

Für mich gehört das Thema zum Leben dazu. Meine Kindheit war geprägt von einem schwer depressiven Vater. Als „Papa“ war er für mich praktisch nicht präsent.

Auch wenn ich mich für einen resilienten Menschen halte, kann mich das Leben ebenfalls in depressive Phasen schubsen. Insbesondere Schicksalsschläge und die Bosheit anderer Leute schaffen das. Vielleicht liegt es an eben jenem Vater, dass ich nicht dauerhaft liegen bleibe. Ganz sicher liegt es aber auch an meinem Umfeld, das Warnzeichen erkennt. Nicht immer sofort. Aber dauerhaft.

Diesen glücklichen Umstand hat aber nicht jeder. Es ist beklemmend, wie in den vergangenen Jahren die Verbreitung von Depressionen zugenommen hat – und derzeit aufgrund der Coronasituation auch gar kein Ende in Sicht zu sein scheint. Es kommen jetzt äußere Umstände dazu, die Menschen mit Veranlagung oder scheinbar auch ohne in depressive Phasen förmlich stürzen lassen. Ich habe beruflich damit zu tun – arbeite ich doch in öffentlichen Apotheken. Die Anzahl der Verordnungen von Antidepressiva steigt kontinuierlich. Tabletten allein sind indes keine Lösung. Vor diesem Glauben kann ich nur warnen! Sie können nur unterstützen.

Wir freuen uns somit derzeit die „Wanderbank“ des Hauses Wildwiese vor unserer Scheune in Hilwartshausen stehen zu haben. Dort kann sich jeder diskret durch die Broschüre „Depression?“ des Bündnisses gegen Depression in Südniedersachsen informieren. Betroffene wie Angehörige.

Um hier den Bogen zum Vorbeitrag zu spannen: Dort berichtete ich über das depressive Lamm Anton und seinen Schutzengel Linus. Möge jede/r seine/n Helfer/in in der Not finden, der/die es schafft einen aus dem Loch zu ziehen. Und mein persönlicher Tipp: Unterstützend zu allen in der Broschüre aufgezeigten Hilfen: Gehen sie raus in die Natur! Betätigen sie sich dort! Ob das der erste kleine Schritt auf den Balkon oder der große Schritt hin zu Arbeiten im Bereich des Naturschutzes ist… es hilft Betroffenen sehr wieder Halt zu gewinnen. Und Betroffene können dort so viel Gutes und Sinnvolles tun, was ihnen selbst oder sogar anderen helfen kann.

Um eine ältere Dame zu zitieren: Unter jedem Dach ein Ach.

Glauben Sie bloss nicht, sie seien mit der Thematik allein. Ich würde nur schätzen, dass ein Großteil der Betroffenen niemals darüber reden würde. Keinesfalls. Weil sie fürchten stigmatisiert zu werden. Im sozialen Umfeld genauso wie im Berufsleben. Nicht reden… war noch nie gut. Das hat noch niemals etwas verändert. Leben aber ist Veränderung, der man sich auch stellen muss.

Erst nach Jahrzehnten stellten eine Schulfreundin und ich fest, dass wir haargenau das gleiche familiäre Schicksal hatten. Selbst wir, die wir beste Freundinnen waren, haben uns nicht getraut zu erzählen, was daheim „los“ war. Machen Sie es besser! Holen Sie sich Hilfe, wenn Sie betroffen sind.

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Charmeur Linus

Es wäre eine lange Geschichte, warum wir dieses Jahr ein zusätzliches Flaschenlamm benötigten. Dringend. Ursache war ein WGH Flaschenlamm, das sich aufgeben wollte. So einfach gibt man hier aber nicht den Löffel ab! Gesucht war ein Gesellschafter, der den Drilling zurück ins Leben boxen würde. Organisch fehlte da nämlich nicht viel. So kam Leinebocklamm Linus zu uns. Frohnatur Linus war erwartungskonform der Meinung, dass Depressionen ihm unbekannt und zudem hier überflüssig wären. Wann immer Sorgenlamm Anton in die Ecke eines Zimmers starrte, nahm Linus Anlauf und drangsalierte ihn so lange, bis Anton aus seinen trübsinnigen Gedanken förmlich gerissen wurde. Anton hat die Kurve gekratzt und ist jetzt ein normal großes, mit gesundem Appetit gesegnetes Bocklamm, das sein Leben nicht nur Britta und uns verdankt, sondern ganz klar auch Linus. Er ist ein durchaus angenehmes Bocklamm. Fröhlich und…. leise. Das war die letztjährige Zukaufzibbe zum ähnlichen Zweck definitiv nicht. Coburger sind echt beeindruckend stimmgewaltig. Linus erfreut sich also bei uns großer Beliebtheit. Auch wenn wir uns fragen warum um alles in der Welt so lange Schwäne gezüchtet wurden. Als Halter sogenannter kurzschwänziger nordischer Rassen ist uns das lange, in alle Richtungen schlagende Ding beim Fläschchen trinken irgendwas zwischen suspekt und Lachanfall hervorrufend. Hier wird indes nicht kupiert. Linus darf sein Schwänzchen mit Würde tragen. Sei es drum… hier unser Töchterchen mit Linus. Beide sind kleine Helden 😉

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