Was ist ein „Sollingschaf“?!

TrutchenwollebodenlangEin „Solling-Schaf“ ist nicht etwa eine neue Schafrasse, gezogen um den Solling zu beweiden. Für das Solling-Schaf greifen wir auf alte, seltene Nutztierrassen zurück. Diese eint aber ein Merkmal, weswegen der Wanderer oder Interessierte sich ziemlich sicher sein kann, eines unserer Schafe im Solling gesichtet zu haben: Fast alle unsere Weidetiere – auch die Weiblichen – tragen Hörner! Wir halten Weiße Gehörnte Heidschnucken in Herdbuchzucht und Skudden im Vorherdbuch bzw. Herdbuch. Wir sind anerkannte Stammzucht im Landesschafzuchtverband Niedersachsen!

Foto: Robert Schumacher: Weiße Gehörnte Heidschnucke „Trutchen“

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Lammzeit beendet – was ist passiert?

Normalerweise berichte ich hier in locker-lustiger, zuweilen aber auch nachdenklicher Art und Weise aus unserem Schäferalltag. Am letzten Eintrag sieht man aber schon… dieses Jahr ist etwas anders.

Das Positive vorneweg: Die Lammzeit ist durch und trotz schwerster Bedingungen (Schnucken-Stallgeburten nach minus 25 Grad und Kälteeinbruch im Schnee im April mitten in der Skuddenlammzeit) sind wir stolz sagen zu können: Unsere Tiere und wir haben es geschafft. Mit 59 Lämmern haben wir ein sehr gutes Ergebnis.

Und was war dann los, dass sich gefühlt alles verändert hat?

Stellt Euch vor, Ihr werdet bedroht. Und 2 Tage späterkommt Ihr zu der Mutterherde und jemand hat dort echt perfide gearbeitet. Ja, gearbeitet, denn das war nicht das Werk von 5 Minuten.

Karfreitag öffnete jemand alle Verbindungen, trat gegen die Stromverbindungen und kippte die Wasserkübel um. Was bedeutet das? Es ist die Zeit mit der stärksten Säugeleistung. Rund 100 l Wasser setzen die Schafe in dieser Phase um. Nimmt man den Muttern das Wasser, fangen sie nicht nur an zu brüllen, sondern versuchen auszubrechen. Das wäre hier ja für die Muttern wegen der geöffneten Verbindungen ein Leichtes gewesen. Dahinter hätte auch ein Bach gelockt. Problem nur: So kleine Lämmer nehmen das Stromnetz nicht wahr. Sie finden keine Lücken 50 m weiter. Sie nehmen den direkten Weg. Da wir horntragende Tiere haben, verhaken sie sich dabei. Und dort verenden sie dann elendig.

Das wäre schwere, in meinen Augen, schwerste Tierquälerei gewesen. Sie zielte haargenau auf die Schwächsten, die man sich überhaupt vorstellen kann. Das sind Menschen, für die Nutzttiere den Wert von Küchenschaben haben.

Was uns hier gerettet hat, waren 3 Flaschenlämmer, die in der Gruppe waren und die 4 mal täglich versorgt werden mussten. Nur deswegen kam ich rechtzeitig genug in der morgendlichen Dämmerung.

Unser Dank geht an Freunde, NABU-Mitglieder, Förster und Jäger, die in Folge engmaschig nach dem Rechten gesehen haben.

Meine Freude an Berichten ist nunmehr eingeschränkt. Es wird nicht mehr bekannt gegeben wo die Tiere gerade sind. Man muss sich vorstellen, dass man sich nicht mehr traut die Klöntür der Scheune zu öffnen, weil man Brandsätze befürchtet. Die Scheune ist mit einer Videoanlage gesichert.

2020 hatte man uns bereits die Radmuttern am Auto gelöst. Da kann man auch nicht mehr von Kavaliersdelikt reden. Man will uns gezielt schaden.

Aufhören? Da kann der- oder diejenige lange warten. Seit diesem Jahr sieht es sogar danach aus, dass der Betrieb eines Tages eine Nachfolgerin haben wird. Bitte unterstützt uns weiter! 59 Lämmer… bedeutet nicht nur viel Arbeit. Es benötigt auch einen „Markt“ für diese Tiere. Menschen, die verstehen, dass die Preise aus dem Supermarkt maximal ein Witz sind. Menschen, die auch preislich würdigen, wie wir uns um Lämmer kümmern, die einen holperigen Start ins Leben hatten (zu wenig Sauerstoff unter der Geburt ect.) und die mit der Milch mehr kosten als sie je einbringen. Und Menschen, die sich mit uns an unseren Rentnerinnen erfreuen, die aktiv helfen Biotopflächen mit zu erhalten und unsere zukünftige Zuchttiere auf uns prägen. Wir glauben an dieses Konzept. Wir glaube daran, dass ein ethischer Umgang mit Nutztieren die Zukunft ist.

Der Grund der letzten Drohungen war übrigens unsere ehrenamtliche Arbeit im NABU Dassel-Einbeck. Mein Mann hat daher aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Schriftführer niedergelegt. Wenn die betroffene Person weitere Textnachrichten schicken will, dann bitteschön an mich. Da die betreffende Nummer mittlerweile identifiziert ist, führt der direkte Weg nach der nächsten Drohung zur Polizei! Schon allein, damit unsere Nachfolgerin nicht ebenso traktiert wird.

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Wir bitten um Verständnis

Aufgrund von Drohungen und schwerem Vandalismus bis in den privaten Bereich hinein, wird der NABU Dassel-Einbeck auf absehbare Zeit keine Ortsangaben zu Vereinsgrundstücken und den dortigen Arbeiten oder Beweidungen mehr veröffentlichen. Wir bitten insbesondere die Mitglieder, die früher konstant über die örtliche Presse, den Vereinsblog und unseren privaten Blog auf dem Laufenden gehalten wurden, um Verständnis.

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Die 5. Jahreszeit hat begonnen

Viel Zeit hat er nicht verloren. Unser Deckbock legte kaum auf der Weide angekommen auch schon los. Folgerichtig kommen jetzt die ersten Lämmer überpünktlich. 4 Stück fanden wir heute morgen vor, 2 Mädels, 2 Jungs. Ein Mädel ist jetzt schon wie ein Sack voller Flöhe. Allein währen der Fütterung musste ich sie 4 mal wieder zurück in die Hürden setzen. So viel zu Stallgeburten. Folgerichtig flogen die anderen Mütter vor die Scheune. Es ist heute trocken, da kann man auch draußen lammen… mit PLatz, Ruhe und ein paar Rotmilanen, die nach Nachgeburten suchen.

Welcome! Innekens Tochter Inez . 1 Tag alt und nur Unfug im Kof
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Hofkörung – wir feiern!

Ein stattlicher Schwung Jungzibben bereichert zukünftig unsere Zucht. Um so wichtiger, dass sie gute Bewertungen haben!

Während mich bei den Skudden außerhalb von Wolle, Bemuskelung und Gangwerk vor allem die Hörner interessieren, ist es bei den Schnucken eine Gratwanderung zwischen Größe und Biotoppflege. Da zeigt sich der Schnuckennachwuchs auch linienabhängig „vielschichtig“. So feiern wir einerseits heute unsere Wuchtbrummen, die mit 8/8/8 Bewertungen nachtürlich Schaf-Modells sind und für Lob sorgten. Und die Zierlicheren?! Die haben durchaus ihre Berechtigung. Stellen Sie sich vor, sie stehen auf einem Magerrasen und wollen große Lämmer aufziehen. Äh… auch das Schaf lebt ja nicht von Luft und Liebe. Und so haben also beide Varianten hier durchaus ihren schnuckeligen Sinn. Und nicht, dass mich wer missversteht: Die Kleineren sind nicht etwa klein geratene Schnucken. Die Großen sind nur – Zitat – am äußersten oberen Rand des Standarts.

Wer hat das verursacht??? Das war ganz eindeutig unser ehemaliger Deckbock „Ansgar“ (aus M-Linie), der uns bis heute posthum Wuchtbrummen beschert. Er war eben eindeutig eine „Large-Version“.

Gekört wurden heute auch 2 Skuddenjungböcke, die hier zukünftig für Farbe bei den Lämmern sorgen sollen. Endlich. Knuth hat ja wirklich hübsche Lämmer gezeugt. Aber immer nur weiße… sind auf die Dauer doch etwas langweilig. Bruno ist braun, sein Halbbruder Hannibal ist schwarz. Beide sind Wertungsklasse 1 – auch wenn Bruno die Nase vorne hat. Er wird somit ab Herbst den größten Teil der Skuddendamen beglücken dürfen. Er hat heute schon mal einen neugierigen Blick werfen können und war sichtlich begeistert – auch wenn er nach seinem Bewertungsausflug mit Hannibal gemeinsam wieder in die Bockgruppe musste.

Was hat uns der Tag gezeigt: Wir sind weiter auf einem erfreulichen Weg und leisten unseren Beitrag zum Erhalt unserer beider Schafrassen, die vom Aussterben bedroht sind. In den kommenden Wochen wird uns die Lammzeit beschäftigen und uns hoffentlich erneut viele wunderschöne und typvolle Lämmer bescheren, von denen gewiß erneut eine Auswahl im Bestand verbleiben wird und so für den Erhalt des genetischen Schatzes sorgen wird.

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Vor die Tür – aber flott

Der Frühling schaut versuchsweise vorbei. Gefühlt war gestern noch tiefster Winter…

Ärmel hoch und schwupp: Die Schnuckenmuttern vertreten sich an der Scheune die Beine auf der anhängenden Streuobstwiese. Die Rentnerinnen wurden gleich ganz wieder ausquartiert. Die Böcke umgesetzt…

Rentnerinnen an der Frischluft

Die Jungschnucken haben ihren Gentest bekommen. 2 Jungzibben sind in die Schlachtung gefahren.

Dazu üben wir eifrig Namen: Eibe, Fiby, Arnika sitzen schon im Gedächtnis. Immerhin gehen dieses Jahr enormviele Skuddenjungzibben in die Zucht.

Orgelpfeifen an den Raufen

Das hat seinen guten Grund. Erstens sind sie wunderhübsch. Zweitens scheiden 2021 mutmaßlich viele Skuddenmuttern altersbedingt aus. Vermutlich gehen Anne, Marie, die dicke Berta, Mina und Nera aus der Zucht. Dazu wird bewertet werden müssen, wie die Zukäufe vererben. Sind unsere alten Damen doch deswegen solange in der Zucht, weil sie wunderschöne Lämmer gebracht haben. Dieses Jahr aber sollen sie eben in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Nein. Vorerst geht von denen maximal eine im Herbst in die Schlachtung. Wir genießen den Lebensabend unserer Schafe so sehr wie sie selbst. Das sind erfahrene Schafe, die wenig aus der Ruhe bringt. Ideal für Erziehungsaufgaben oder für verschreckte Schäfchen wieder heim führen. Solange sie gesundheitlich fit sind und ihre Zusatzration aus der Hand holen, sind sie safe.

Die Neuen aber… werden eine aufregende Neukonstellation ergeben. Gut möglich, dass wir den Bock im Winter aus der Gruppe nehmen um zutrauliche Rentnerinnen einzupflegen. Allerdings nur welche ohne Mutterkomplexe. Wir haben da 2 Schnuckenrentnerinnen, die zum Lämmerdiebstahl neigen. Übermütter…

Im Stall baue ich derzeit um. Vorbereitungen für März. Während ich da räume… nutzen kreative Schnuckenjungzibben, die wegen der anstehenden Bewertung durch den LSV noch aufgestallt sind, die Gunst der Stunde. Wozu hat eine Schnucke Sprungfedern? Na, um Quatsch zu machen. Das leckerste Heu ist bestimmt ganz oben, oder?

Genießen wir den Frühling. Die Lammzeit, die bald beginnt 😉 Und die quirligen jungen Schafe aus 2020, die schließlich wie kaum ein Jahrgang unsere Zucht prägen werden

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Im Stall und drumherum

Alles hat 2 Seiten. Minus 25 Grad sind hier wirklich rekordverdächtig und verdammt kalt. Also so kalt, dass der Wollhandschuh am Schloss kleben bleibt und das gereichte Wasser daheim kochend heiß in die Kanister fließt um lauwarm in die Eimer zu plätschern. Kalt ginge nicht, sonst ist der Kanisterdeckel bei Ankunft schon festgefroren. Aber trotz allem… das Winterwetter hat schöne Seiten. Was für ein Licht?

Drinnen geht es gemütlich zu. Also wenn man nicht gerade umdekoriert. Ein paar Schafe sind recht erfinderisch. Schließlich lockt das Heu hinter den Hürden und die Natur hat den Schnucken Sprungfedern mitgeliefert.

Bei der Kälte ist der Heubedarf enorm. Was uns freut, denn wir sind damit mehr als reichlich ausgestattet und je mehr weg… desto mehr Platz für die Schafe.

Vermutlich wird es aber ein eher kurzer Aufenthalt indoor. Es sind bereits Plusgerade angesagt. Es muss indes der Schnee komplett geschmolzen sein, damit wir die Schafe wieder raus bringen können.

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Reißleine

Aufgrund der Witterung haben wir heute schon die erste Reißleine gezogen. Die vorhergesagten Temperaturen werden immer niedriger… rein in den Stall gehen nunmehr alle Skuddenmuttern, alle Rentnerinnen und Jungzibben. Hinterher werden noch Schnuckenmuttern geschubst soweit Platz ist. Denn… die werten Damen haben einen Offenstall – verzichten indes dankend darauf. Gerade mal 3 Zibben fanden sich heute morgen im Offenstall. Draußen bleiben die Böcke. Die verbrauchen nicht viel Energie (nicht tragend) und sind alle im besten Alter.

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Extremwetter

Zufrieden können wir sagen: Wir sind vorbereitet. Unser herzliches Dankeschön an Robert und Lena, die hier Großes geleistet haben. Tagelanger Einsatz der Beiden weil wir etwas gehandicapt sind. Anmerkung: Daumen drücken hat noch nie geschadet. Vielleicht führt unsere Tochter Lena den Betrieb eines Tages fort… das Interesse und die Verantwortung sind vorhanden.

Nein, wir haben bislang kaum aufgestallt (man achte auf die Formulierung: Noch und kaum). Nur die 13 Jährigen, die Sommerbegleitungen der Böcke und ein paar Jungzibben, deren Wolle suboptimal ist.

Aber: Alle Gruppen sind an Straßen, sprich sicher erreichbar und „bergbar“. Eine Gruppe hat einen Offenstall. Ob wir die kommenden Tage weitere Tiere aufstallen – gleichen wir stündlich mit dem Wetterbericht ab. Eine Gruppe bekommt mindestens noch einen Windschutz. Ich bitte daran zu denken, dass wir recht ursprüngliche Rassen haben. Da kann man die Außenwolle anfassen und stellt fest, dass die Deckschicht gefroren ist, das Tier selbst aber warm und wohlauf ist. Wildschwein und Reh sind auch draußen – ohne mehrfach täglichem Heuservice, Wasserlieferungen und hochkalorischer Leckmasse (die wechselt derzeit durch die Gruppen). Unsere Lammzeit ist im März, also auch hier besteht kein Risiko von erfrorenen Lämmern. Im Gegenteil: Wir haben bei den Schnucken „Rollatoren“, die wegen Zwillingsträchtigkeit umkippen können. Die haben wir wesentlich lieber unter Aufsicht der Öffentlichkeit – weil niemand 24 Stunden am Tag im Stall ist. Diese Muttern haben den Offenstall in Hilwartshausen zum Schutz – wenn sie trotzdem draußen liegen, trauen Sie dem Instinkt der Tiere! Eben am Abend waren sie wie meinerseits erwartet unverdrossen draußen. Dazu sagte mal ein hiesiger Schäfermeister: Die hatten den dollsten Stall – und wo lagen die? Draußen bei zweistelligen Minustemperaturen und haben sich einschneien lassen!

Es sind diese Schafe (eben diese speziellen Rassen) nicht mit hochgezüchteten Hunderassen vergleichbar, die mit Mäntelchen in den Regen und daheim vor den Kamin gehen.

Was unterscheidet diese Rassen von anderen, intensiv genutzten Schafrassen: Der Wollaufbau macht die Wolle einerseits zu nix nutzbar (also selbst Nordwolle streikt bei Schnucken- und Skuddenwolle. Die langen Haare kratzen). Außer: Fürs Tier. Das ist bestens isoliert! Es hat auch am Bauch ordentlich Wolle, liegt also auch nicht nackig in der weißen Pracht, die derzeit unbarmherzig von oben kommt.

Also: Wer uns kennt, der weiß, dass der Tag früh beginnt. Dass wir auch nicht alleine sind, sondern Familie und Freunde haben. Die Tiere unterliegen einer engmaschigen Kontrolle und bester Fütterung (unser Heulager zu sprengen dürfte auch einem Mega-Winter höchst schwer fallen). Wir regaieren situationsbedingt. Wenn wir das gerade nicht können, können es andere für uns (nochmal herzlichen Dank an alle, die bereits ihre Hilfe angeboten haben).

Noch ein Hinweis: Man mag es aus dem Text heraus gelesen haben: Alles hat Grenzen. Wir meiden den Stall wie der Teufel das Weihwasser – aber wir haben einen Stall und wir ziehen notfalls auch Reißleinen. Die 13 Jährigen waren bisher genau einmal aufgestallt. Die waren heute… man hätte den Blick sehen müssen. Was soll das? Nein, bitte nicht wieder Stall!!!

Doch die 13 Jährigen sind zahnlos. Das ist eine Reißleine bei zweistelligen Minustemperaturen. Wir haben so viel Freude an den alten Damen! Deswegen müssen sie jetzt mal eine Woche in den Knast. Um danach (ich kenne die wie beste Freundinnen) bockspringend wieder in die Natur entlassen werden zu können.

Noch eine Anmerkung zur Lammzeit: Gut beraten ist, wer die Lammzeit plant. Da gibt es außerhalb der Bock-Sommerbegleitung keine Überraschungen beim Termin. Unsere Skudden sind dieses Jahr sogar erst im April „dran“. Bis dahin dürfte auch die höchste Schneewehe Geschichte sein. Wer jetzt Lämmer draußen hat: Bitte holt sie rein. Die hätten keine Chance. Und wir Schafhalter sind „Hirten“, sprich, wir haben die Verantwortung für unsere Tiere!

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Der Bock in der Truhe

Natürlich schätze ich die Arbeit mit den Tieren, die Landschaftspflege, die Naturerlebnisse und das Ganze drumherum. Aber ebenso schätze ich auch das Produkt unserer Schäferei: Das Fleisch. Und zwar so ziemlich alles vom Bock. Zuletzt ist ein 3 jähriger als Eigenbedarf verwertet worden – der Knabe hat schlichtweg die Bockgruppe aufgemischt. Ein no go. Im Laufe der Zeit werde ich immer routinierter ein aus der Schlachtung heimgekehrtes Tier zu zerlegen. Nochmal ein herzliches Dankeschön an den Kurs von Markus Schnitzler in Bayern, der gewissermaßen ganz neue Horizonte eröffnet hat.

Nach dem Slow Food Motto „nose to tail“ wird auch fast alles verarbeitet. Also nicht nur die Bratenstücke und die Filets – sondern auch Nierchen, Leber, Hackfleisch und… Wurst. Die neue Wurtsfüllmaschine ist ein Träumchen. Vorbei die Zeiten, wo wir zu zweit fluchend Würste erstellt haben. Fortan kann ich das ganz allein. Ohne Gefluche 😉

Aber auch wenn man fleißigst gearbeitet hat, bleibt ein Berg von Knochen übrig. Hier weist sich, warum der Winter „die“ Erntezeit ist: Auf dem Holzherd blubbert dann ein riesiger Topf und zaubert über Stunden einen Fond, der schlicht unvergleichlich ist. Jede Soße, auch der Grünkohl oder Suppen profitieren von dieser gelierten Essenz ganz maßgeblich. Am Ende steht man vor einer wohlgefüllten Tiefkühltruhe und ist zutiefst zufrieden: Das Tier hatte ein tolles Leben und wir haben tolles Fleisch. Die Landschaft, die Biotope und deren daran geknüpften Arten bleiben erhalten. Eine richtig runde Geschichte!

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Schafe im Schnee

Jedes Jahr erstaunte Gesichter: Die Schafe stehen im Schnee.

„Oh Gott. Frieren die nicht? „

Nein, sie haben doch ihre Wetterfunktionskleidung an 😉

„Hungern die nicht?“

Nein, sie haben doch Schäfer, die für sie sorgen. Oft ist die Schneelage noch so, dass

man durch Scharren ans frische Grün kommt. Und wenn nicht, kommt zuverlässig die

mobile Heuversorgung.

„Ich habe gesehen, dass ein Schaf auf dem Rücken liegt!“

Gut dass Sie angerufen haben, wir fahren gleich los. Und übrigens… gut, dass das Schaf

draußen ist und gesehen wird. Es steht nämlich keiner 24 Stunden im Stall neben den

Schafen. Draußen aber achten viele auf unsere Schafen und melden die Zibbe -oder

packen selbst mal an und „schubsen“.

Es ist übrigens derzeit immer eine Zibbe, die obwohl der Ablammtermin erst im März

ist, schon kippt. Da muss man kein Prophet sein, um hier mindestens Zwillinge zu

erwarten.

Tierhaltung schreibt wie das Leben seine ganz eigenen Geschichten. Da wir

Allwetterschäfer sind, sind selbige ganz eng mit den Jahreszeiten verknüpft. Das erdet

ungemein. Man ist der Natur ganz anders verbunden als normale Stadt- oder auch

Landbewohner. Wir freuen uns tatsächlich auch über Schnee. Das sind für uns etwas

ruhigere Tage. Die Grasnarbe hält länger, was die Standzeiten eeeetwas verlängert. Im

Winter ist es nämlich immer eine Gratwanderung zwischen Futter auf der Fläche und

Grasarbenerhalt. Nicht immer können die Schafe alles Futter fressen. Ist die Grasnarbe

beschädigt, hätte daran niemand Freude. Nicht der Flächeneigentümer und auch nicht

das Schaf, dessen Klauen dann flott anfangen zu leiden. Als Schäfer ist Zäunen somit

ein ständiger Zeitvertreib. Und so nehmen wir die derzeitige Schneelage und die daraus

folgende entspanntere Zeit recht gelassen: Die Wollies und ihr Schäfer gleichermaßen.

Schafe im Schnee- gut gelaunt und pumperlgesund
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