Was ist ein „Sollingschaf“?!

TrutchenwollebodenlangEin „Solling-Schaf“ ist nicht etwa eine neue Schafrasse, gezogen um den Solling zu beweiden. Für das Solling-Schaf greifen wir auf alte, seltene Nutztierrassen zurück. Diese eint aber ein Merkmal, weswegen der Wanderer oder Interessierte sich ziemlich sicher sein kann, eines unserer Schafe im Solling gesichtet zu haben: Fast alle unsere Weidetiere – auch die Weiblichen – tragen Hörner! Wir halten Weiße Gehörnte Heidschnucken in Herdbuchzucht und Skudden im Vorherdbuch. Wir sind anerkannte Stammzucht im Landesschafzuchtverband Niedersachsen!

Foto: Robert Schumacher: Weiße Gehörnte Heidschnucke „Trutchen“

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Schäferei in Not

Mein eigentlicher Unfall am 6.3.2020 erlitt ich auf einer Weide. Eine OP konnte nicht stattfinden, weil Corona geplante OP´s unmöglich macht. Zumindest in Göttingen und nur die dürfen BG-Fälle „richten“

Eine Schiene gab es auch nicht. Wohl verordnet, konnte das eine Sanitätshaus keinesfalls in Corona-Zeiten den Techniker nach Einbeck schicken. Ich warte bis heute auf den Rückruf.

Dann kam, was fast kommen musste: Der zweite Sturz wegen Instabilität. Eine Operation scheidet wegen der Knochenkontusion aus. Ginge ja aber auch eh nicht, wegen Corona. Derzeit bin ich Pflegefall.

Ein Corona-Krüppel kann sich leider nicht um die Schafe kümmern. Wir haben zwar derzeit für 4,5 Stunden wochentags einen Betriebshelfer. Das reicht aber in der Lammzeit nicht. Falls Sie sich in diesen besonderen Zeiten an der frischen Luft ehrenamtlich engagieren wollen… wir wären über Hilfe herzlich dankbar!

Darüber hinaus: Aufgeben ist keine Option!

Mein Leben war bis hierhin kein Spaziergang und weiter gehen wird es immer. Wir haben „Heilschafe“. Da wird der Wille übermächtig wieder raus zu den Tieren zu wollen. Das wird mich wieder auf die Beine bringen! Wo eine Wille, da ein Weg.

Sabine Zwolinski

info@sollingschaf.de

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Lammzeit bei den Sollingschafen

Bilder aus der diesjährigen Lammzeit:

Quadratisch, praktisch, perfekt: Skuddenlamm 1 Tag alt. Getoppt wurde es von Zwillingen am Tag 0 Bocksprünge vollziehend über die Weide hüpfend

Manchmal geht´s nicht ohne Hilfe: Lena mit Zusatzpullalamm Esther. Wenn man das Pech hat eine deutlich größere Schwester zu haben, dann gibt´s die hier sogenannte „Anschubfinanzierung“ durch Fläschchengabe. Gut zu sehen ist der Unterschied von Skuddenlamm zu Schnuckenlamm. Die Sprungfedern der Schnucken erkennt man gleich. Gefühlt 1/3 länger als die Beinchen der Skudden.

Die Ziegen sind aufgestallt. Im Gegensatz zu Skudden und Schnucken können sie nicht im zeitigen Frühjahr draußen lammen. Sie sind die südländischen Zierpflanzen des Bestands. Wir halten nur wenige, reinrassige Burenziegen.

Alle Lämmer sind gesund und munter. So kann es weiter gehen 😉

 

Häufige Fragen:

Lammzeit draußen? Ist das gut für die Schafe?

Schnucken und Skudden haben noch viele Eigenschaften des Wildschafs. Sie sind sehr gute Mütter und zeigen naturnahe Eigenschaften: Das Muttertier sondert sich von der Herde ab um dort in Ruhe ihr Lamm zu bekommen und die Bindung aufbauen zu können. Das können sie draußen wesentlich besser als im Stall! Sie müssen also nicht wie andere Stallschafe einzeln gestellt werden, damit sie ihre Lämmer annehmen. Die Flaschenlammquote ist draußen deutlich geringer als drinnen. Auch die Hygiene ist draußen besser. Unsere Schafe ziehen alle paar Tage weiter. Beste Voraussetzungen für ein sauberes Örtchen bei der Geburt. Die Nachgeburten werden zeitnah von Raben, Krähen sogar dem Rotmilan „abgeholt“.

Und wenn es schneit, regnet oder Frost hat?

Lämmer dieser Rassen haben keine weiche Kuschelwolle. Es ist eine Wolle, die mit Fetten gemeinsam einen hervorragenden Schutz vor Nässe und auch vor Kälte bietet. Natürlich hat alles seine Ausnahmen und auch Grenzen. Beispielsweise wenn ein Zwillingslamm deutlich kleiner ist als das Geschwisterchen. Oder Geburtsprobleme auftreten. Oder zweistellige Minusgrade kommen würden. Das kommt aber sehr selten vor, wir planen unsere Lammung durch gezielte Bockzugabe zum März. Außenhaltung meint zudem nicht, dass man die Tiere sich selbst überlässt. Die Tiere werden mehrfach täglich vor Ort kontrolliert und wir greifen ein, wenn es die Situation erfordert.

Wir züchten in Herdbuchzucht des Landesschaftzuchtverbandes Niedersachsen. Wir haben eine sehr hohe Ablamm- und ganz wichtig – auch Aufzuchtquote.

Freuen sie sich für die Tiere, dass sie betreut naturnah gehalten werden. Sie würden auch nicht einem Mufflon mit einem Mäntelchen bei Regen hinterherlaufen. Die – ziemlich kratzige – Wollstruktur beider gehaltenen Rassen ist dreiteilig aufgebaut. Sie leitet das Wasser vom Körper weg, isoliert und hat feine Unterwolle zum Wärmen. So gut ist keine Funktionskleidung 😉

 

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Der Rollator

Grundsätzlich bin ich ein humorvoller Mensch – auch wenn ich den Humor des Schicksals nicht immer verstehe. Ich wollte eine Schnucke entwurmen. Bekam sie auch zwischen die Beine geklemmt. Ich war infektgeschwächt, sie dafür 20 Prozent schwerer, weil trächtig. Ergab nach einem Bocksprung ihrerseits einen Riesensalto meinerseits und einen noch nicht näher spezifizierten Kniebinnenschaden. Bei mir. Natürlich nicht bei ihr.

Warum ich dem Ganzen dennoch etwas Positives abgewinnen kann? Ich hatte an der Weide – als ich endlich zum Auto gerobbt war -Handyempfang. Das ist im wilden Solling eher selten. Ich lag zwar noch so einige Zeit im Regen – mit ziemlich betreten drein blickenden Schnucken um mich rum- aber auf anderen Flächen hätte ich exorbitant länger ausharren müssen.

Sei´s drum. Ich danke schon mal Robert und Lena, die uns heute zur Seite gesprungen sind. Die Lammzeit geht weiter. Fienchen hat heute ihr Lämmchen bekommen. Alles prima.

Im Gepäck hatten Robert und Lena übrigens einen Rollator. Der ist klasse. So kann ich wenigstens in der Küche im Sitzen hin und her rollern und mich nützlich machen.

Ich freu mich riesig, dass Ihr morgen gleich noch einmal helft 😉

 

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Anerkennung als Stammzucht

Wir versuchen zu erhalten: Biotope, mit ihren botanischen und faunistischen Kostbarkeiten sowie zwei seltene Nutztierrassen, die es auf dem Markt schwer haben, da sie nicht schwer genug sind :-/ Weshalb auch diese auf der Roten Liste stehen.

Keiner weiß genau, welchen genetischen Schatz diese alten Rassen bergen. Sie können auf jeden Fall etwas, das in Zeiten von „Tierwohl“ und „Regionalität“ gar nicht hoch genug zu schätzen ist: Sie können durch den Wnter ziehen. Ihre spezielle Wolle schützt sie vor Wind und Wetter. Keine Babywolle für die Bedürfnisse des Menschen, sondern harte, wasserableitende und isolierende, dabei doch wärmende Wolle. Diese Tiere müssen eben nicht in einen Stall gesteckt werden. Sie können im März ihre Geburten draußen erleben und dort ihr natürliches Verhalten zeigen: Die Absonderung von der Gruppe zur Geburt, die Lammung bei den Skudden sogar vom Bock bewacht, die Aufzucht bei Wind und Wetter mit einer daraus folgenden hervorragenden Ablamm- und Aufzuchtqute. Das können sie, darum halten wir sie und betreuen sie engmaschig, in einer Zeit, in der nicht jeder mehr versteht was für ein Privileg diese Tiere haben.

Kurze Anmerkung: Robusthaltung meint nicht, dass man die Tiere draußen sich selbst überlässt. Sie bedeutet engmaschige Kontrolle und Eingreifen, wenn etwas passiert. Heißt unterm Strich: Viel Arbeit für die Schäfer. Bei Wind und Wetter und durchaus gar nicht so selten auch nachts mit Stirnlampe (war jetzt gerade bei den Stürmen sogenannter Volksport bei uns). Anerkennung gibt es dafür selten. Auch das regionale Produkt, das so entsteht, erfährt (noch) fast keine Wertschätzung.

Aber:

Doch die gestrige Post brachte die „Anerkennung“ als Stammzucht. Unsere Herdbuchzucht hat eine gewisse Größe überschritten. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt.

Ein klitzekleines Puzzelsteinchen für das Gefühl, wenn man morgens übermüdet in den Spiegel schaut. Wir wissen, warum wir uns die Arbeit, die Sorgen und natürlich auch gerade jetzt kurz vor der Lammzeit die Freude antun.

Nicht „man müsste“ sagen. Man selbst ist der Schlüssel für Veränderungen, die es so dringend benötigt!

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Teuflisch gutes neues Pachtland: Der Teufelspfad

Unsere Definition von „gutem Pachtland“ ist vermutlich eine gänzlich andere als die „normaler“ Bewirtschafter. Für uns sind magere, artenreiche Flächen per se schon mal willkommen. Besonders freuen wir uns natürlich, wenn wir zur Abwechslung mal nicht im Hang krabbeln müssen, die Fläche an mehreren Stellen anfahrbar ist und semi weit von den Ortschaften weg gelegen ist. Semi… bedeutet wir müssen nicht ewig weit fahren aber gleichzeitig ist die Fläche weit genug von Standart-Gassiwegen der Hundehalter weg. Das bedingt optimale Lammzeitflächen und so freuen wir uns „teuflisch“ über unser neues Pachtland, den Teufelspfad 😉

 

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Zukunftstag 2020 alle Plätze belegt

Unsere Schäferei beteiligt sich für den NABU Dassel-Einbeck erneut am Zukunftstag der Schüler und Schülerinnen weiterführender Schulen zum Berufsbild „Schäferei“. Die Veranstaltung umfasst einen theoretischen Teil, der u.a. Wissen über Schafe und deren Haltung als auch Berufsaussichten sowie Probleme und ökologischen Nutzen der Schäferei vermittelt. Im praktischen Teil geht es um Zäunungen und die Pflege am Tier. Der besuchte Betrieb befindet sich ab Anfang März in der Lammzeit. Dies verspricht nicht nur einen interessanten und lehrreichen, sondern auch einen kurzweiligen Tag. Der Veranstaltungsort befindet sich in Hilwartshausen.

Die Plätze sind bereits alle vergeben!

Am Zukunftstag 2019 geboren: Die Drillinge Medea, Max und Moritz

 

 

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Regenbogenschafe

Unser Jahr fängt gut an. Wir sind sehr zufrieden. Bei den warmen Temperaturen sprießt das Gras – Heu braucht es kaum. Alle Zwei- und Vierbeiner sind wohlauf. Wie soll das bei solchen Ausblicken auch anders sein?!

 

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