Was ist ein „Sollingschaf“?!

TrutchenwollebodenlangEin „Solling-Schaf“ ist nicht etwa eine neue Schafrasse, gezogen um den Solling zu beweiden. Für das Solling-Schaf greifen wir auf alte, seltene Haustierrassen zurück. Diese eint aber ein Merkmal, weswegen der Wanderer oder Interessierte sich ziemlich sicher sein kann, eines unserer Schafe im Solling gesichtet zu haben: Fast alle unsere Weidetiere – auch die Weiblichen – tragen Hörner! Wir halten Weiße Gehörnte Heidschnucken in Herdbuchzucht und Skudden im Vorherdbuch.

Foto: Robert Schumacher: Weiße Gehörnte Heidschnucke „Trutchen“

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Zukunftstag 2020

Unsere Schäferei beteiligt sich für den NABU Dassel-Einbeck erneut am Zukunftstag der Schüler und Schülerinnen weiterführender Schulen zum Berufsbild „Schäferei“. Die Veranstaltung umfasst einen theoretischen Teil, der u.a. Wissen über Schafe und deren Haltung als auch Berufsaussichten sowie Probleme und ökologischen Nutzen der Schäferei vermittelt. Im praktischen Teil geht es um Zäunungen und die Pflege am Tier. Der besuchte Betrieb befindet sich ab Anfang März in der Lammzeit. Dies verspricht nicht nur einen interessanten und lehrreichen, sondern auch einen kurzweiligen Tag. Der Veranstaltungsort befindet sich in Hilwartshausen. Anmeldungen sind ab jetzt möglich. Am besten via mail an buero@nabudasseleinbeck.de Die Plätze sind begrenzt!

Am Zukunftstag 2019 geboren: Die Drillinge Medea, Max und Moritz

 

 

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Regenbogenschafe

Unser Jahr fängt gut an. Wir sind sehr zufrieden. Bei den warmen Temperaturen sprießt das Gras – Heu braucht es kaum. Alle Zwei- und Vierbeiner sind wohlauf. Wie soll das bei solchen Ausblicken auch anders sein?!

 

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Winter 2020 – es plätschert

Grundsätzlich freuen wir uns, dass die Wasservorräte in diesem Winter zumindest im Solling wieder aufgebaut werden können. Es skwuuuuutscht auf den Flächen, die Bächlein glucksen.

Leider hat das Ganze aber auch einen Nachteil. Eigentlich schneiden wir zweimal im Jahr Klauen. Das reicht. In sehr nassen Zeiten muss man aber auch zwischendurch mal „ran“. Geplant können wir auf einen Klauenbock zurück greifen, den gerade auch die Ziegen zu schätzen wissen. Aber wenn man zwischen zwei Flächen beim Umstellen kurzfristig reagieren muss, dann hilft nur „freestyle“, Bei Schnucken geht das sehr gut. Viele fallen in eine Art Genussstarre. Anders sieht´s bei den Skudden aus. Zu viele „Hummeln im Popo“. :-/

Hier schneidet mein Mann gerade die Skudde Bertram, ein ausgewachsener Skuddenbock mit durchaus beeindruckenden Hörnern.

Die Hörner haben ausnahmsweise auch mal Vorteile (eigentlich ist es wünschenswert, dass sie nicht derartig weit drehen). Bequem kann man sich die Hörner unter den Arm klemmen und loslegen.

Wir würden uns Frost wünschen. Bekanntermaßen ist das Leben aber kein Wunschkonzert. Also nehmen wir den Jahresanfang auch sprudelnd, glucksend – eben so wie es kommt.

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Gelandet!

8 Jungschnucken haben begeistert, 1 Jungskudde verstärkt ebenfalls unsere Zucht und das Fienchen (siehe einen Beitrag weiter unten) ist ebenfalls im Herdbuch gelandet. Letztere ist schon tragend.

Wir freuen uns – erreichen nun indes auch so langsam unser Maximum. Schließlich sind wir beide berufstätig 😉

Wir sagen herzlichen Dank an den Landesschafzuchtverband. Es war ein schöner Vormittag mit erfreulichen Ergebnissen!

 

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Fienchen reist ins Herdbuch

Schon vorneweg: Die Reise ging über nicht öffentliche Wege und das auch noch vorschriftsmäßig angegurtet. 3 Minuten Fahrtzeit. Für so ein kleines Schäfchen und so eine kleine Strecke braucht´s aber dann wirklich auch keinen Hänger

Stressfrei war´s auch noch. Es war deutlich zu spüren, dass Fienchen sich völlig entspannte. Hauptsache Mutti ist dabei zum anlehnen.

Dabei wird Fienchen selbst schon Mutti. Fienchen stammt aus Herdbuchzucht, aber der Eintrag hat irgendwie nicht geklappt. Mittwoch erfolgt der zweite Anlauf für die kleine Skudde. Das wird wieder ein spannender Vormittag für uns. 8 Jungschnucken, 2 Jungskudden, Fienchen sowie 3 oder 4 WGH-Bocklämmer wollen gerne ins Herdbuch. Man wird sehen… und wir werden berichten 😉

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Wenn die Wilde Sollingsau „durchbricht“

Wild-„Durchbrüche“ sind bei uns mittlerweile selten geworden. Mit den Jahren hat das Wild gelernt E-Netze zu meiden. Doch gerade Wildschweine sind auch mal „beratungsresitent“ :-/ Dazu braucht es übrigens auch keine Jagdveranstaltung.

So sieht es aus, wenn eine Wilde Sollingsau mit dem Netz spazieren geht. Das ist nur die eine von zwei Fehlstellen.

Immerhin kam kein Tier zu Schaden. Weder Sau noch Schaf. Weil der „Inhalt“ der Zäunung aus Skudden bestand, musste auch niemand den Schafen hinterher rennen. Die Schnucken hätten zum Vergleich wieder das Glück hinterm Horizont gesucht. Das Koppelschaf Skudde aber liebt es häuslich.

Netze flicken… gehört im Winter zur Standartbeschäftigung. Diese beiden betroffenen Netze… werden vermutlich nicht zur Gänze überleben. Aber auch sogenannte „verkürzte Netze“ haben noch einen Nutzen und lohnen die Mühe. Gute Netze sind teuer!

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Eindrücke von der Tagung „Schaf schafft Landschaft“

Seit Jahren berichte ich hier, in Foren und auf Veranstaltungen (Exkursionen, Zukunftstagen) einerseits von den extremen Schwierigkeiten der Schäferei, die so vielschichtig wie existenzbedrohend sind, wie ich ebenso davon berichte, wie ultimativ wichtig die Weidetierhaltung für die Artenvielfalt ist. Das ist dabei noch nicht mal nicht korrekt ausformuliert. Artenvielfalt ja, aber wir „produzieren“ eben auch enorme Masse an Insekten und draus logisch folgend auch unglaublich viele, die an diese Nahrung gebunden sind. Die Nahrungskette startet im Dung des Schafs, das zudem als Taxi der Artenvielfalt dient.

In unserer Region hat man mir oft genug gesagt, dass man a) entweder ganz viel für die Weidetierhalter tut (das meint Beratung in Förderprogrammen, die nicht die Bohne für uns Schäfer taugen) bzw. b) dass man eigene Beweidungsprojekte (Rinder, Ponys) hat, die unterstützt werden müssen bzw. c) dass das keinen Sinn hätte, weil das hat man schon mal versucht.

Die existenzbedrohenden Umstände erzeugen bei den Schäfern mittlerweile eine ungeheure Wut oder Frustration. Zumal von Seiten der Politik ja in geradezu lächerlicher Weise Artenschutz, Insektenschutz, Naturschutz, FFH-Gebiete als Ultra wichtig bezeichnet werden. Was hat Deutschland nicht allein völkerrechtlich verbindlich unterschrieben. Bis 2020 hätten Insekten, Rote Liste Arten ect. alle in deutlich besserem Zustand sein müssen. Das Gegenteil ist der Fall. Unbestritten ist der positive Einfluss der Weidetierhaltung auf die Ökosysteme. Gleichzeitig schaut man tatenlos dem Höfesterben zu. 2 Prozent weniger Schäfer pro Jahr, dto. Schafe.

Da praktisch kein Schäfer auf fetten Flächen ausschließlich hütet (meist sind es eben Grenzertragsstandorte), fallen damit jährlich auch entsprechend naturschutzfachlich wertige Flächen aus der Nutzung raus. Entweder ganz raus, oder sie werden intensiviert, womit die an diese Nutzung gebundenen Arten verschwinden. In Vielfalt und Menge!

An der Uni Kassel hat man diese Zusammenhänge erkannt und gehandelt. Folgendes Projekt wurde gestartet:

Schaf schafft Landschaft

Wie immer dieses Projekt ausgeht: Ich ziehe meinen imaginären Schäferhut davor es einfach gewagt zu haben! Viele, viele Jahre Vorbereitung, Geld vom Staat beantragen – in einer Größenordnung, dass daraus was werden kann und im Gegensatz zu so vielen anderen Projekten die Betriebswirtschaftliche Seite der Betriebe dabei mit im Fokus zu haben.

Es geht um bereits zerstörte Vermarktungsstrukturen (selbst die Größte Schäferei schafft es gerade einmal ca. 70 Lämmer pro Jahr direkt zu vermarkten), um die lächerliche Situation der Wolle (das schon oft erwähnte Abfallprodukt mit Sondermüllstatus), um die auf keinen Fall vermarktbaren Altschafe (weil – DANKE – auch dieser Schäfer sich weigert die Schafe lebend nach Drittländer zu verschiffen, was mindestens eine unvorstellbare Transport-Quälerei für die Tiere ist) und um die häufig nicht… wie soll ich es beschreiben … keine belastbare Vermarktungsoption durch die Gastronomie.

Wie so viele habe auch ich mir gedacht: Was tönen die Verbraucher nicht alles: Sie wollen Fleisch aus guter Haltung, naturnah produziert, nachhaltig, klimaschonend… nur kaufen – nö.

Mangels Angebot sicher auch. Aber wie ich es schon ebenfalls häufiger schrieb: Lieber Verbraucher: Fragt doch AKTIV in Euren Metzgereien nach. Nach Lammfleisch aus der Region. Fragt doch mal bei Schäfereibetrieben! Noch gibt es sie. Immer weniger und immer weniger, die nicht ihre Lämmer en bloc an Händler verkaufen, die ins Ausland verkaufen, weil der Deutsche lieber das gefrorene, um die Welt gereiste, aber so schön günstige Fleisch aus Neuseeland kauft. Für den Preis kann der Deutsche Schäfer nicht produzieren.

Der Weltmarktpreis für Lammfleisch pro Kilo, liegt derzeit bei round about 2 €

Der besuchte Schäfer zieht wie wir durchs ganze Jahr. Das sind Betriebe, die kontinuierlich N (Stickstoff) den Böden entziehen. Auch dies wurde breit wissenschaftlich untermauert auf der Tagung dargelegt. Fleisch, das der Verbraucher doch auch aus Grundwasserschutzgründen begeistert kaufen müsste!

Die Muttertierprämie für Weidetierhaltung wurde gerade erst wieder abgelehnt. Selbst die geringe „Förderung“ für die seltene Nutztierrasse WGH wurde erneut runter gekürzt. Die Schäferei wird dem Sterben ausgesetzt. Und mit ihr… auch das Sterben so vieler Arten. Politisch so gewollt, egal, was man proklamiert.

Ob es dieses Projekt schaffen wird eine Trendwende mindestens in dem Projektgebiet zu erreichen… bleibt abzuwarten. Aber wenigstens haben sich ein paar kluge Köpfe zusammen gesetzt und haben gehandelt. Dafür haben sie meinen allergrößten Respekt!

Schade, dass es so etwas in unserer Region nicht gibt!

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